Band: MY DOMINION
Album: Extinction
Genre: Melodic Death Metal
Trackliste:
01. Extinction
02. Riot!
03. Bastards
04. Digging The Grave
05. Desolation
06. Destroy the Old World Order
07. Absence of Light
08. Killing Spree: Rampage
09. It Follows
10. Butchered

„Extinction“: kompromissloser Death Metal kommt vor schöner Melodie
MY DOMINION feierten vor kurzem bereits ihr 20-jähriges Jubiläum. Die Melodic Death Metal Band hat dieses Jahr zum Anlass genommen, ihr neues Album Extinction zu veröffentlichen und setzen einen großen Meilenstein. Zehn Jahre nach ihrem Debütalbum Consumed folgt die Fortsetzung, die große Änderungen im Stil von MY DOMINION mit sich bringt: mehr „Death“ und weniger „Melodic“.
Die musikalischen Einflüsse der Band aus Nordrhein-Westfalen kommen aus der Death-Metal-Szene der Neunziger und Zweitausender – zu Hochzeiten von HYPOCRISY, SIX FEET UNDER und BOLT THROWER. Inspiriert durch eine Textpassage In my dominion, I control the weak aus dem GRAVE-Song „Soulless“ nannten sie sich MY DOMINION und veröffentlichten zunächst in den Nuller-Jahren Demos, bis 2014 ihr erstes Album erschien. Stilistisch haben sie den Konsens gesucht, zwischen klassischem Death Metal und dem damals jungen Melodic Death Metal. Mit „Extinction“ hat aber eine neue Ära für sie begonnen, nämlich die Ära der Kompromisslosigkeit.
Nach 20 Jahren hat sich MY DOMINION entschieden, im neuen Material keine Clean-Vocals mehr zu verwenden. Allein der Opener mit „Extinction“ atmet vor Nostalgie. Es beginnt mit einem Soundtrack, der an Horrofilmmusik der Achtziger erinnert und wird vom grunzenden Gesang sowie mächtigen Trommelschlägen unterbrochen.
Die Band punktet mit ihrem Gefühl für Rhythmik und Tempo, woran man auch ihre Kompromisslosigkeit beim Songwriting erkennen kann. Die Grundmelodie eines jeden Songs ist sofort erkennbar, aber gerade die groovigen Gitarrenriffs wie in „Riot!“ machen ihre Musik so spannend. Diese Struktur zieht sich durch das ganze Album. Was aber jeden Song so einzigartig macht, liegt an dem gespielten Tempo. Zum einen wird eine schwere, langsame Stimmung erzeugt – wie in „Desolation“ oder „Bastards“ – und zum anderen wird in „Butchered“ die Stimmung aggressiv und schnell. Das Highlight stellt „Destroy The Old World Order“ dar, weil hier die schnellen und langsamen Tempi aufeinandertreffen und das Lied zu dynamischer Brutalität steigert.
Kompromisslosigkeit hat mit viel Gefühl zu tun, kann aber auf Dauer auch zu eintönig klingen – genau das ist sowohl die Stärke als auch die Schwäche von Extinction. Rhythmik und Tempo machen in einem Song viel aus, wirken aber ohne spannende Melodien und Solos auf Dauer zu wenig aufregend. „Destroy The Old World Order“ hat eine komplexe Melodiestruktur und genau so etwas wünscht man sich auch bei „Desolation“ oder „Digging The Grave“.

Fazit:
Extinction liefert kompromisslosen 90er-Death-Metal mit starken Riffs und dynamischen Tempowechseln. Fans von HYPOCRISY und BOLT THROWER kommen voll auf ihre Kosten, Debüt-Liebhaber müssen jedoch mit weniger Melodie und Clean Vocals zurechtkommen.
Punkte:
Autor: Julian Dürnberger
