Band: MESCHERA
Album: Legends Of The Ancients
Genre: Blackened Folk Metal
Trackliste:
01. Legend (Intro)
02. Children of the Ancient Forests
03. Among Dreams
04. Shelter Me, O Damp Earth
05. Eternal Night
06. Mother
07. Incantation
08. I Am Your Pain
09. Into the Gloomy Beyond

Mit ihrem neuen Werk Legends Of The Ancients tauchen MESCHERA tief in nebelverhangene Wälder, uralte Mythen und frostige Erinnerungen ein. Das Album wirkt wie der Soundtrack zu längst vergessenen Ritualen, getragen von Wind, Rauch und melancholischer Weite. Zwischen atmosphärischem Black Metal und heidnischer Folklore erschafft die Band eine Welt, die gleichermaßen majestätisch wie bedrohlich erscheint. Dabei gelingt es den Musikern, eine dichte Atmosphäre aufzubauen, die den Hörer beinahe vollständig verschlingt.
Schon der Opener macht klar, wohin die Reise geht: epische Klangflächen treffen auf kalte Gitarrenwände und eruptive Raserei. Besonders die Wechsel zwischen harschen Ausbrüchen und ruhigen, fast sakral wirkenden Passagen verleihen dem Album seine eigentümliche Kraft. Die Songs wirken oft wie Wanderungen durch uralte Ruinenlandschaften, in denen hinter jedem Schatten eine Legende lauert. Gerade Stücke wie “Eternal Night” oder “Mother” entwickeln dabei eine eindrucksvolle Mischung aus erhabener heidnischer Stimmung und wilder Raserei. Die Gitarrenarbeit bleibt durchgehend melodisch, ohne den harschen Kern des Albums zu verlieren. Immer wieder schimmern folkige Elemente durch den dichten Nebel der Kompositionen. Auch die Vocals tragen viel zur Atmosphäre bei, denn die Mischung aus verzweifelten Schreien und mystischen Clean-Passagen erzeugt eine fast tranceartige Wirkung. Produktionstechnisch klingt das Werk angenehm roh, aber dennoch kraftvoll genug, um die epischen Momente groß wirken zu lassen. Allerdings wird mit zunehmender Spielzeit deutlich, dass MESCHERA das Rad nicht neu erfinden. Viele Passagen erinnern stellenweise an ähnliche Bands aus dem Atmospheric- und Pagan-Black-Metal-Underground. Gerade Fans von Gruppen wie SAOR, GRIMA oder frühen ARKONA dürften sich hier sofort heimisch fühlen. Das ist keineswegs schlecht, nimmt dem Album aber etwas von seiner Eigenständigkeit. Zudem hätte etwas mehr Abwechslung nicht geschadet, da sich manche Strukturen und Dynamiken im späteren Verlauf wiederholen. Trotzdem bleibt das Album durch seine intensive Stimmung weitgehend kurzweilig. Besonders stark ist die Fähigkeit der Band, Bilder im Kopf entstehen zu lassen: brennende Feuerstellen, mondbeschienene Wälder und vergessene Heiligtümer ziehen am inneren Auge vorbei. So entwickelt Legends Of The Ancients trotz kleiner Schwächen eine mitreißende und glaubwürdige Welt.
Anspieltipp: „Eternal Night“

Fazit:
MESCHERA liefern ein gutes solides Album ab, das vor allem über Atmosphäre und Emotion funktioniert. Wer auf epischen Atmospheric Black Metal mit heidnischem Einschlag steht, dürfte hier viele starke Momente finden. Zwar fehlt dem Werk die ganz große Eigenständigkeit, doch die Qualität der Kompositionen hält das Niveau konstant hoch. Legends Of The Ancients ist kein revolutionäres Meisterwerk, aber ein stimmungsvoller Begleiter für kalte Nächte und lange Wanderungen durch imaginäre Ruinen vergangener Zeiten.
Punkte:
Autor: Tom K.
