Band: INSIDIUS
Album: Vulgus Illustrata
Genre: Death Metal
Label: Black Lion Records
Trackliste:
01. The Perfect Slave
02. Orgiastic
03. A Darkness That Divides
04. Destroy the Priests
05. Censure
06. Doom Accelerator
07. Abyssful of Echoes
08. Forge of Our Hatred

Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 gehören INSIDIUS zu den interessantesten Vertretern des modernen polnischen Death Metal. Nach dem Debüt Shadows of Humanity (2016) und dem Nachfolger Infamia (2018) legt die Band mit Vulgus Illustrata ihr drittes Studioalbum vor. Die Polen verbinden die rohe Wucht des klassischen Death Metal mit technischer Präzision und einer markanten Black-Metal-Schlagseite. Unterstützt wird das Album zudem von prominenten Gästen wie Piotr „Peter“ Wiwczarek (VADER) und Moyses Kolesne (KRISIUN).
Bereits mit „Forge of Our Hatred„ macht das Album unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Rasende Blastbeats, messerscharfe Gitarrenriffs und eine düstere Atmosphäre verschmelzen zu einem kompromisslosen Klangbild, das permanent unter Hochspannung steht. Trotz der enormen Geschwindigkeit verlieren INSIDIUS nie die Kontrolle über ihre Songs. Vielmehr gelingt es ihnen, technische Raffinesse mit einer beeindruckenden Direktheit zu verbinden.
Tracks wie „The Perfect Slave“ oder „A Darkness That Divides„ leben von ständigen Tempowechseln, komplexen Gitarrenarrangements und präzisem Zusammenspiel. Immer wieder lockern melodische Leads und dezente Black-Metal-Harmonien die massive Klangwand auf, ohne den aggressiven Charakter des Albums zu verwässern. Die Produktion präsentiert sich dabei druckvoll und transparent, wodurch auch die feineren Details der Instrumentierung hervorragend zur Geltung kommen.
Instrumental bewegen sich INSIDIUS auf beeindruckend hohem Niveau. Besonders das Schlagzeug verdient besondere Erwähnung: Blastbeats, komplexe Fill-ins und präzise Rhythmuswechsel treiben die Songs mit enormer Intensität voran und verleihen dem Album seinen permanenten Vorwärtsdrang. Auch die Gitarren überzeugen mit einer gelungenen Mischung aus technischer Finesse und kompromissloser Härte.
Die Vocals fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein. Tiefe Growls treffen auf harsche, beinahe black-metallische Schreie und unterstreichen die düstere Atmosphäre des Albums. Trotz der enormen Dichte wirkt das Material niemals überladen, sondern bleibt jederzeit kontrolliert und fokussiert.
Besonders „The Perfect Slave“ und „Orgiastic“ zeigen früh, wie souverän INSIDIUS technische Präzision mit der typisch kompromisslosen Wucht des polnischen Death Metal verbinden. Einen zusätzlichen Akzent setzt „Destroy The Priests“, bei dem Piotr „Peter“ Wiwczarek von VADER an den Vocals und Moyses Kolesne von KRISIUN an der Gitarre zu hören sind. Deutlich aus dem Hochgeschwindigkeitsfeuer bricht dagegen „Censure“ aus: Mehr Rhythmik, Melodie und eine doomigere Atmosphäre geben dem Album an dieser Stelle eine willkommene andere Färbung. Mit dem über sechsminütigen „Forge Of Our Hatred“ endet die Platte schließlich mit ihrem längsten Stück und noch einmal reichlich Raum für die technische Gitarrenarbeit.
Die Kehrseite der kompromisslosen Herangehensweise ist jedoch eine gewisse Gleichförmigkeit. Da INSIDIUS über weite Strecken auf maximale Intensität setzen, verschwimmen einzelne Songs gelegentlich miteinander. Mehr Dynamik oder atmosphärische Ruhepole hätten dem Album an einigen Stellen zusätzliche Kontur verliehen.

Fazit:
Vulgus Illustrata ist ein kraftvolles Statement des modernen polnischen Death Metal. INSIDIUS verbinden technische Präzision, brachiale Geschwindigkeit und düstere Black-Metal-Atmosphäre zu einem Album, das vor allem durch seine Konsequenz und spielerische Klasse überzeugt. Zwar fordert die hohe Intensität über die gesamte Spielzeit volle Aufmerksamkeit, doch wer sich auf das Material einlässt, wird mit einem kompromisslosen und hervorragend produzierten Death-Metal-Album belohnt.
Punkte:
Autor: Elfi Davis
