HELL GATE – Vagues d’amertume

Band: HELL GATE
Album: Vagues d’amertume
Genre: Post Black Metal

Trackliste:
01. Au Plus Loin de la Terre 
02. Par le Fond 
03. L’Océan Aux Mille Tempêtes
04. Les Naufragés
05. Errance
06. Épave
07. Phare 
08. Grève

Nach 2 EPs (2015 und 2016) werfen die Franzosen HELL GATE ihr 2. Langeisen Vagues d’amertume auf den Metal-Markt. Die Wellen der Bitterkeit – so die Übersetzung des Albumtitels – schwappen mit Epik, Pathos, Verzweiflung und rhythmisch geschickt platzierter Griffigkeit über den geneigten Hörer hinweg. Das Quartett nimmt sich jede Menge Zeit, um ruhig gleitende Teile und sanfte Steigerungen in die Stücke einzubauen, die durch eine desperat kreischende Stimme so manch harschen Ausbruch zu bieten haben. Demgegenüber vernimmt man auch ein zurückhaltend flüsterndes oder sprechendes Timbre, das die Vokaldarbietung angenehm auflockert. Von kontemplativ entspannt bis hin zu heftigen Blasts ist tempomäßig alles vertreten auf der Palette dieser Stimmungsplatte. Eingängige Refrains sind hier eher unwichtig, die Spannung wird durch langsame Melodiebögen sowie zackiges Tempo aufgebaut und lebt durch den natürlichen Kontrast der verschiedenen Stimmlagen. Dezente Symphonik duelliert sich mit düsteren Grooves, dissonante Töne wechseln mit schöner Harmonie ab. Tristesse trifft auf Blastbeats, Sanftmut verbindet sich mit Hoffnungslosigkeit und zum Himmel schreiender Aggression. Naturnahe Samples finden ebenso Platz im musikalischen Spektrum und tragen zur erdigen, eleganten Atmosphäre bei, die harsch von bitterer Garstigkeit hinweggewischt wird.

Fazit: HELL GATE reißen den Zuhörer von einem Extrem ins Andere: ganz dezente Leichtigkeit wird von treffsicherer Härte weggefegt, elegante Melodien weichen kampflustigen Attacken – ein Wechselbad der Gefühle erwartet uns auf diesem Werk.

Punkte: 8 / 10

Autor: Leonard