FATAL PORTRAIT – An Elusive Instinct For Lascivia – Redvx (2025)

  

Band: FATAL PORTRAIT
Album: An Elusive Instinct For Lascivia – Redvx
Genre: Black Metal
Label: Black Lion Records

Trackliste:
01. Invocatio
02. Five Dimmensions of Pleasure
03. Drowned in Your Eyes
04. Where My Eagerness Dies
05. Cantabria Under Siege
06. The Mirror’s Miracle
07. Rapture Among the Idols
08. Winter and My Cries
09. Angus Dei
10. Fog of Madness

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist An Elusive Instinct For Lascivia – Redvx eine Neuaufnahme des bereits 2001 erstmals erschienenen Albums der spanischen Black Metal-Formation von FATAL PORTRAIT. Neue Arrangements, zeitgemäße Produktion und ein frisches visuelles Gewand sollen das ursprüngliche Werk nicht ersetzen, sondern dessen ursprüngliche Vision so präsentieren, wie sie heute verstanden werden möchte. Veröffentlicht über Black Lion Records, bewegt sich das Album bewusst zwischen nostalgischer Rückschau und selbstbewusster Wiedergeburt, nach fast 20 Jahren ohne Veröffentlichung.

Freilich: der Rückgriff auf altes Material ist kein mutiger Neubeginn, kann aber vielleicht eine liebevolle Würdigung des eigenen Schaffens sein und wohlige Nostalgie erzeugen. Dazu müssen die Qualitäten herausgearbeitet werden, aber wohl auch ein Quäntchen Neues jene Frische verleihen, die eine Neuaufnahme rechtfertigt. Im episch-symphonisch angelegten Black Metal der frühen 2000-er Jahre in dessen Tradition die Spanier wirken, dreht sich vieles um cineastisches Erzählen und mächtige Atmosphäre. Wie gelingt das in der Neuaufnahme?
Die Atmosphäre lebt von frostigen Gitarren, weit ausgreifenden Keyboardflächen und Songstrukturen, die versuchen die Hörerin mit ihrem Spannungsbogen zu fesseln und melodische Eleganz mit schwarzer Romantik zu verbinden. Rasende Tremolo-Passagen und Blastbeats wechseln mit getragenen Zwischenspielen, akustischen Einschüben und dramatischen Synthieflächen. Die Gitarren arbeiten häufig parallel in melodischen Linien, während die Keyboards harmonisch tragende Funktionen übernehmen. Dadurch entsteht ein Klangkörper mit orchestraler Anmutung, der an manchen Stellen, die eigentliche Black-Metal-Stilistik in den Hintergrund drängt. Auffällig ist die rhythmische Charakteristik: Tempowechsel wirken organisch, Übergänge geschmeidig und die langen Kompositionen vermeiden trotz ihrer Spielzeit – mehrere Songs überschreiten die 6-Minuten deutlich – jede Form von Stillstand.
Erwartungsgemäß zeigt sich in der Neuaufnahme ein weitgehend moderner, warmer und transparenter Klang, so erhalten die Instrumente Raum, trotzdem fehlt Tiefe und bleibt der Sound flach, gerade die orchestrale Anmutung braucht mehr Volumen. Die harschen Vocals behalten ihre Schärfe, werden jedoch von flächigen Synthie-Chören ergänzt. Letztere werden aber bald aufdringlich und nervig.
Selbstverständlich steht Innovation bei einer Neuaufnahme nicht im Vordergrund, wichtiger sind Atmosphäre, sauberes Handwerk und stilistische Authentizität. FATAL PORTRAIT versuchen nicht, das Genre neu zu definieren, sondern erinnern daran, weshalb diese Klangästhetik einst so manchen faszinierte. Wer’s mag.

Fazit:
An Elusive Instinct For Lascivia – Redvx ist eine Erinnerung, eine Neuerzählung mit neuer Klangqualität. Die Mischung aus epischer Melodik, cineastischer Atmosphäre und solider Kompositionsarbeit spricht jene an, die den Geist der späten 1990-er und frühen 2000-er schätzen. Wer dem wenig abgewinnen kann, hat keinen Grund dieses Album zu hören, wer nach Innovation sucht, wird hier nicht fündig.

Punkte:

Autor: distelsøl