EPITOME – Goodbye My Rot (2025)

  

Band: EPITOME
Album: Goodbye My ROT
Genre: Grindcore, Death Metal
Label: Deformeathing Production

Trackliste:
01. Rot
02. Goodbye My Rot
03. Sister-In-Law
04. Dystonia
05. Fuck You!
06. Post-Traumatic Dementia
07. Town
08. Way Out
09. Gore
10. The Man-Eater
11. Stick Man
12. Clostridium
13. Maruta
14. Funky
15. Connective Tissue Disorder
16. Crepitating Flesh
17. Trip
18. Shipbuilder’s Eye
19. Endocannibalism
20. Cerebrovascular Accident
21. 3 Guys – 1 Hammer

Mit Goodbye My ROT liefern die Veteranen aus Polen von EPITOME ihr sechstes Full‑Length‑Album ab – ein Release, das nicht nur ihre langjährige Präsenz im Deathgrind‑Underground bestätigt, sondern auch zeigt, dass die Band nach über 30 Jahren Energie und Ideenreichtum nicht verloren, sondern sogar erweitert hat.

Von der Brutalität des Openers „Rot“ bis zum Finale „3 Guys – 1 Hammer“ führt Goodbye My ROT durch eine raue, kompromisslose Landschaft aus Grindcore‑Blastbeats, entfesselten Death‑Metal‑Riffs und immer wieder überraschenden Momenten. Die Produktion von Satanic Audio‑Mixing‑Veteran Haldor Grunberg sorgt dafür, dass jedes Element – von den sägenden Gitarren über den Bassdruck bis zu den intensiven Vocals – klar und doch aggressiv zur Wirkung kommt. Das Album spielt geschickt mit Geschwindigkeiten: kurze, schlagartige Cuts stehen neben längeren, beinahe hypnotischen Ausbrüchen; klassische Grindcore‑Eruptionen wechseln sich ab mit schwereren, groovigeren Arrangements. Zudem setzt die Band vereinzelte experimentelle Akzente (etwa mit Samples oder Saxophon‑Momenten), welche die Monotonie bewusst durchbrechen und dem Material zusätzlich Tiefe verleihen.
In musikalischer Hinsicht agiert EPITOME mit Selbstbewusstsein: Explosive Drums, rasende Gitarren und ein Vocalstil, der zwischen wütendem Grollen und penetrierendem Schrei pendelt, machen deutlich, dass hier keine halben Sachen gespielt werden. Die rhythmischen Übergänge sind präzise, die Songstrukturen haben trotz ihres Wildwuchses ausreichend Kontur, um dem Zuhörer Orientierung zu geben.
Tracks wie „Goodbye My ROT“ und „Post‑traumatic Dementia“ zeigen, wie die Band ihr klassisches Deathgrind‑Spiel perfektioniert hat: hohe Tempi, abrasive Riffs und Vocals, die in den Vordergrund drängen, ohne die Instrumente zu überlagern. Stücke wie „Connective Tissue Disorder“ oder „Cerebrovascular Accident“ verdeutlichen darüber hinaus EPITOME’s Fähigkeit, trotz extremer Dichte musikalische Variabilität zu erzeugen – sei es durch rhythmische Brüchigkeit, dynamische Wechsel oder ungewöhnliche texturale Elemente.

Fazit:
Goodbye My ROT ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein lebendiges, brachiales Statement – eine Platte, die sowohl alte Fans als auch Liebhaber gnadenloser Extremmusik anspricht. Die Kombination aus Grindcore‑Direktheit und Death‑Metal‑Gewalt, gewürzt mit experimentellen Details, macht das Album zu einem der intensiveren Releases der Saison. EPITOME zeigen, dass sie nicht nur im Untergrund bestehen, sondern mit dieser Veröffentlichung auch Maßstäbe in Sachen Energie, Komplexität und kompromissloser Intensität setzen.

Autor: Elfi Davis