Band: DAEMONIUM REGNI
Album: Daemonium Regni
Genre: Black/Doom Metal
Label: Darkness Shall Rise Productions
Trackliste:
01. Mater daemonium
02. Ascendens tenebrae
03. Silentium (mors itinerarum)
04. Luna sanguinea
05. Spiritus in flammo
06. Sacrificium
07. Magica cultus
08. Damnationem

Bei DAEMONIUM REGNI handelt es sich um ein neues Solo-Projekt von Micke Broberg, vielleicht als die Stimme von UNANIMATED bekannt, das dunklen und epischen Black Metal verspricht. Acht Songs, mit einer Gesamt-Spielzeit von kanpp 45 Minuten umfasst der Erstling Daemonium Regni des Schweden. Zur Gänze in lateinischer Sprache vorgetragen, markiert das ein Alleinstellungsmerkmal, ob es auch musikalisch einzigartig ist, hören wir uns an.
Mit den ersten Tönen des Openers „Mater daemonium“ legen sich wie schwere, dunkle Schatten über das eigene Gemüt. Was da aus den Kopfhörern kriecht, hat wenig bis nichts mit dem MDM von UNANIMATED zu tun. Broberg lässt uns teilhaben an seiner dunklen Seite. Schwerer, doom-getränkter Black Metal, der gänzlich ohne Raserei, Geknüppel und Gekreische auskommt. Trostlosigkeit, Bedrohung und Beklommenheit wabern diffus und rühren die Hörerin an. Die (pseudo-)lateinischen Lyrics ergänzen die okkulte Atmosphäre und beschwören Dämonen, Opferkult, Blutrituale und Verdammnis. Die Vocals spielen die zentrale Rolle und sind im Mix deutlich in den Vordergrund gerückt. Zwischen dämonischen Growls und düsteren Beschwörungen prägen sie den Charakter des Albums, das wie der Soundtrack eines dunklen Rituals wirkt. Epische Schwere, okkulte Melancholie, rituelle Erhabenheit – wie auch immer man es beschreiben wollte, es ist die Atmosphäre, die dieses Album trägt.
Musikalisch ist es wenig aufregend. die schweren Gitarren, die beschwörenden Gesänge, die wiederkehrenden melodischen Figuren und recht einfach wirkenden Riffs, all das hat man schon des Öfteren gehört. Es geht hier offensichtlich nicht um Innovation, sondern um sehr traditionelle Soundelemente, die aufgegriffen und verdichtet werden.
Die Produktion schließt hier an, der Sound ist eher flach und wird stellenweise unangenehm breiig. Insbesondere die Drums tragen dazu bei, weil im Klang Dynamik und Tiefe fehlt – es drängt sich die Frage auf, ob die Drumparts programmiert sind.
Mit zunehmender Dauer erschöpft sich das Album und versinkt in seiner eigenen Schwere – neben der atmosphärisch vermittelten Beklemmung, entsteht eine Erwartung, sei es auf einen Höhepunkt, eine Wendung, ein dynamisches Element – allein: es kommt nicht. Ein unangenehmer Schwebezustand zwischen dem Dasein im Hier und Jetzt und der Klangwelt des inszenierten Rituals. Offen bleibt, ob das beabsichtigt ist.

Fazit:
DAEMONIUM REGNI zeigen mit dem selbstbetitelten Album eine dunkle Seite. Das Album lebt von der vermittelten Atmosphäre, hat aber musikalisch nicht viel zu bieten. Doom-getränkter Black Metal, zäh, düster, schwer – mit wenig Dramaturgie. Die Messe der Finsternis versinkt mit zunehmender Dauer in der eigenen Schwere, geweckte Erwartungen werden nicht eingelöst. Was bleibt ist ein unangenehmer Schwebezustand.
Punkte:
Autor: distelsøl
