Band: BLÄKKEN
Album: Światowstręt
Genre: Black/Death Metal
Trackliste:
01. Trucizna
02. Słowa zatrute goryczą
03. Niepokój
04. Labirynt
05. Nienawiść
06. Trwoga
07. Zguba
08. Era ran i wrzodów
09. Bezradność
10. Światowstręt
11. Bezsilność
12. Czarne podniebienie
13. Ucieczka
14. Indoktrynacja sczerniałych sumień
15. Roztrój
16. Zwierciadło cieni
17. Ora Et Labora

Światowstręt ist das neueste Release der Blackened-Death-Partie BLÄKKEN. Bereits 2017 gegründet, bringen sie nun mit dem elf Tracks starken Brecher ihr erstes vollständiges Studioalbum an den Start und warten nach dem instrumentalen Intro „Trucizna“ in „Słowa zatrute goryczą“ mit einer Melodieführung auf, die sofort an Dissection, allerdings mit leicht metalcorigem Einschlag, denken lässt. Ein komplexes Gitarrensolo ab etwa der Mitte bringt Abwechslung und gibt einen Vorgeschmack auf die hervorragende Arbeit an den Leads, welche die gesamte Platte prägt.
Nach der akustischen Bridge „Niepokój“ wird dies in „Labirynt“ und „Nienawiść“ nochmals deutlich. Der zuvor entstandene Dissection-Vibe bleibt bestehen und wird erneut durch metalcorige Einflüsse sowie depressiv-atmosphärische Tiefe à la Marianas Rest ergänzt.
Eine weitere Soundbrücke bildet „Trwoga“, und langsam wundert man sich doch, warum diese kurzen Mini-Interludien als eigene Tracks geführt werden und nicht direkt als Intros der darauffolgenden Nummern dienen. Doch das sei einfach dahingestellt, denn „Zguba“, der Brecher nach dem Interlude, wartet erneut mit hervorragender Instrumentalistik und einer dämonisch kalten Stimmung auf, welche hauptsächlich durch das bedrohliche Midtempo und die konstant wummernde Basslinie entsteht. Der Metalcore-Einschlag fehlt hier komplett und auch der Dissection-Einfluss ist etwas in den Hintergrund gerückt, während Individualität und Eigenständigkeit hier erstmals vollständig zum Tragen kommen.
Klassischer, blackiger, aber in puncto Gitarrenarbeit an Nephylim erinnernd, kommt „Era ran i wrzodów“ daher – ein Midtempo-Track, der von seiner düsteren Grundstimmung, dem bissigen Gekeife und der, bereits erwähnten, hervorragenden Gitarrenarbeit lebt.
„Bezradność“ markiert das nächste Mini-Instrumentalintro vor den nächsten beiden gewaltigen Brechern, nämlich „Światowstręt“ und „Czarne podniebienie“, die von „Bezsilność“ unterbrochen werden.
Während „Światowstręt“ in gefährlichem Midtempo daherkommt und seine bedrohlich düstere, leicht aggressive Stimmung durch den fast schon gekeift gesprochenen Gesang erhält, wartet „Czarne podniebienie“ mit giftig-blackigem Riffing und bissigen Vocals vor schwerem und fast schon provozierend langsamem Drumming auf, das durch den ein oder anderen heftigen Blast Fahrt aufnimmt, nur um erneut abzubremsen und in seine bedrohliche Spannung zurückzufallen. Unterschiedliches Konzept, komplett anderer Songaufbau und trotzdem ein roter Faden, der durch die raffinierte Melodieführung nahtlos durchgezogen wird.
„Ucieczka“ leitet den absoluten Stilbruch mit Namen „Indoktrynacja sczerniałych sumień“ ein, welcher sich aber dennoch erstaunlicherweise in den Albumkontext fügt. Obwohl der Track depressiv-blackig schwer und ohne besondere musikalische Merkmale daherkommt, wird auch hier teilweise mit Metalcore-Elementen gearbeitet, was dafür sorgt, dass die Grundstimmung der Vorgängertracks erhalten bleibt.
Sehr metalcorig und nun tatsächlich unstimmig präsentiert sich „Roztrój“. Eine Nummer, die alleine funktionieren würde, im instrumentalstarken Albumkontext jedoch die gewisse Finesse an den Instrumenten und die Genialität im musikalischen Aufbau vermissen lässt. Nicht schlecht – keine Frage –, aber im Gegensatz zu den vorherigen Brechern schwach und im Soundbild etwas hohl. Dafür entschädigt „Zwierciadło cieni“ wieder, denn die vorletzte Nummer wartet erneut mit großartigem Riffing, spannendem Melodiebogen und einer gewissen Raffinesse auf, die sich besonders im Mittelteil durch das fast schon avantgardistisch anmutende Break-Element zeigt.
Beim Closer „Ora Et Labora“ geben die Jungs in puncto Melodieführung und Groove nochmal alles, denn die letzte Nummer des fast durchwegs großartigen Albums bringt erneut Sacramentum- und Dissection-Feeling, obwohl die Individualität in der Leadarbeit bestehen bleibt und das Drumming noch nicht einmal annähernd so brutal blastet, wie man es sonst aus dem Blackened-Death-Bereich kennt. Breakparts und ein hervorragendes Solo im Mittelteil machen den Closer zu einer der stärksten Nummern, die das starke Release würdig abschließt.

Fazit:
Światowstręt lebt vor allem von seiner hervorragenden Instrumentalarbeit, der raffinierten Melodieführung und der starken Leadarbeit, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht. Die Mischung aus Dissection- und Sacramentum-Vibes, depressiv-atmosphärischer Tiefe und den immer wieder eingestreuten metalcorigen Elementen funktioniert über weite Strecken erstaunlich gut und verleiht dem Release trotz unterschiedlicher Songkonzepte eine bemerkenswerte Geschlossenheit. Die zahlreichen Mini-Interludes wirken zwar stellenweise etwas unnötig ausgelagert und nicht jeder Stilbruch geht vollständig auf – besonders „Roztrój“ fällt im starken Albumkontext etwas ab –, dennoch bleibt ein fast durchwegs großartiges Album, das besonders durch seine Atmosphäre, seine Individualität und das starke Songwriting hervorsticht.
Punkte:
Autor: Nicki
