Band: AKOLYYTTI
Album: Akolyytti
Genre: Black Metal
Trackliste:
01. Intro
02. Belial
03. Astaroth
04. Belphegor
05. Samael
06. Bael
07. Lilith
08. Satan
09. Lucifer

Bereits im Jahr 2013 gegründet und tief im finnischen Black-Metal-Underground verwurzelt, stellen die vier Blacker von AKOLYYTTI mit Akolyytti ihr erstes vollständiges Studioalbum vor. Eine Platte, die 90er-Jahre-Nostalgie durch ihren rauen Sound und das räudige Mastering hochleben lässt und bereits mit dem ersten Track „Belial“ – nach dem sakralen Intro – die Herzen derjenigen höher schlagen lässt, die das Raue und Ursprüngliche lieben. Tremolo-Riffing trifft hier auf Powerchords, dreckiges Mastering, pfeilschnelle Blasts und giftig keifende Vocals, die unweigerlich an MAYHEM oder alte Werke von EMPORER denken lassen. Auch die melodisch ausbalancierte Melodieführung, die „Belial“ mit sich bringt, setzt sich in „Astaroth“ nahtlos fort.
Der dritte Track der insgesamt neun Tracks starken Platte verändert das Muster nicht und kommt eisig-frostig im 90er-Stil daher und lässt an ABIGOR oder auch NORDJEVEL denken.
ABIGOR- und NOCTE OBDUCTA-Vibes gibt es auch in „Belphegor“, einer Nummer, die zwar im Tempo langsamer gehalten ist, aber über eine gewisse Dramaturgie verfügt und nicht durch große Technik oder besondere Härte überzeugt, sondern mit genau diesem Minimalismus arbeitet, der Bands der „guten alten Zeit“ groß gemacht hat.
Mit „Samael“ und „Bael“ werden die nächsten großen Dämonen besungen und machen die klassisch okkulte Black-Linie noch klarer. Fans der bereits erwähnten älteren Werke von EMPEROR oder der Anfänge von NAGELFAR werden den Track mit seiner pfeilschnellen Ausrichtung und der geraden Linie genauso lieben wie den Nachfolger „Bael“, der dem gleichen Muster folgt.
Düster, dämonisch und einfach nur schaurig präsentiert sich „Lilith“. Dem gleichen Muster folgend kommt die Nummer noch minimalistischer, schneller und unbarmherziger daher, reißt und beißt mit ihrem fast schon schlotzigen Riffing und lässt die Frage offen, ob man hier wirklich so tief ins raw-blackige und fast schon unhörbare Soundbild abdriften muss. Ein weniger dreckiges Mastering hätte den Track keinesfalls geschwächt, sondern eher lebendig gehalten – was auch für die recht einfallslose Folgenummer „Satan“ zutrifft, die zwar reißt und fetzt, aber wenig Abwechslung und Individualität bietet und durch das verwaschene Klangbild etwas monoton wirkt.
Definitiv interessanter ist der Closer mit dem illuminierten Namen „Lucifer“. Ruhig startet der Track mit melodramatischem Soundbogen bei gewohnt räudigem Mastering, auch wenn hier wieder mehr Linien und Instrumente zu hören sind. Die fast schon bedrohliche Atmosphäre der Nummer bricht ab etwa der Mitte und wandelt sich in beständiges Tremolo, das hier leider nicht bereichernd, sondern eher schwächend wirkt, da es durch die Monotonie im Riffing nicht gelingt, einen Spannungsbogen zu erzeugen.
So wird eine klassische Black-Metal-Platte, die durch Minimalismus und Nostalgie glänzt, leider nicht ganz so würdig ausgeleitet, wie sie es verdient hätte.

Fazit:
Akolyytti ist eine kompromisslos roh gehaltene Black-Metal-Platte, die tief in der Ästhetik und im Geist der 90er verwurzelt ist und genau daraus ihre Stärke zieht. AKOLYYTTI setzen konsequent auf Minimalismus, okkulte Atmosphäre und räudige Rohheit, verzichten bewusst auf moderne Veredelung und spielen ihre Nostalgie klar und unverstellt aus. Wo das Album punktet, ist Authentizität und Stimmung – wo es schwächelt, sind Abwechslung, Spannungsaufbau und ein Mastering, das stellenweise mehr verdeckt als trägt. In Summe bleibt ein solides, stiltreues Debüt für Puristen des finnisch-kalten Old-School-Black-Metal, das nicht neu erfindet, sondern beschwört.
Punkte:
Autor: Nicki
