Band: ADVERSAM
Album: Daimon
Genre: Black Metal
Trackliste:
01. Fall Of Illusions
02. Pillars Of Decay
03. Insignificance Of Evil
04. The Silent Alignment
05. Echoes Of Pain
06. Dead Inside, Alive For A Lie
07. Abstract Salvation
08. Essence Of Existence
09. The Collapse Within

Die italienischen Satanic Blacker ADVERSAM melden sich mit ihrem vierten Studioalbum nach elfjähriger Pause zurück – und ganz wie man es von den fünf Ikonen des Genres aus vorherigen Releases kennt, überzeugt auch Daimon mit dichten Soundlandschaften, düster-kalter Atmosphäre und klassisch-blackigem Riffing.
Der Opener „Fall Of Illusions“ verschwendet keine Zeit, geht mit einem Keyboardpart vor brachialem Blast los, nimmt zügig Tempo auf und überzeugt durch seine klassische Linie, die tiefdunkle Atmosphäre und die fließenden, stimmigen Riffs, welche die kalte Düsternis der Nummer nur noch unterstreichen.
Die gleiche Marschrichtung behalten „Pillars Of Decay“ und „Insignificance Of Evil“ bei und werden jeden glücklich machen, der auf den tiefdunklen Sound des Nordens à la Emperor und Dark Funeral steht.
Wer die früheren Alben von ADVERSAM kennt, wird nicht überrascht sein, dass auch hier Summum Algors Drumming der unerbittliche Zündstoff aller Tracks ist und besonders bei „The Silent Alignment“ in einem Tempo peitscht, das einem fast Hören und Sehen vergeht. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass das überdominante Geknüppel beide Gitarren teilweise in den Hintergrund schiebt und dem Track so viel von seiner Spannung nimmt. Wenn die unerbittliche Schlagzeugmaschinerie jedoch aussetzt, kommen auch hier – ebenso wie in „Echoes Of Pain“ und „Dead Inside, Alive For A Lie“ – wunderschön gesetzte Melodiebögen, hervorragende Leadparts und starke Harmonien zum Einsatz, die das starre, klassische Tremolo auflockern und beleben.
Atmosphärisch drückende Schwere bietet „Abstract Salvation“, das trotz Reiterriffs und klassischem Blast das ein oder andere technische Schmankerl bereithält und trotz seines einfachen Aufbaus eine spürbare Tiefe entwickelt.
Eine willkommene Verschnaufpause vom Geballer bietet die ruhige und fast schon erdrückend schwere vorletzte Nummer „Essence Of Existence“. Die Drosselung im Tempo entsteht aber nicht durch ruhigeres Drumming oder tiefer gestimmte Gitarren – die bedrohliche Ruhe kommt vom Spiel der Vocals mit tiefem gutturalem Gewummer, was dem Track eine gewisse Einzigartigkeit und eigene Stimmung verleiht. Ruhiger – ja, aber fehl am Platz zu keiner Zeit, da der rote Faden aus aggressiven und harschen Drums, melodisch hochwertiger Gitarrenarbeit und dem ein oder anderen Keyboardelement sauber durchgezogen wird.
Tiefe, hoffnungslose Dunkelheit und Atmosphäre, auf die Emperor wohl neidisch wäre, bringt „The Collapse Within“. Der Closer überzeugt durch gezielt gesetzte Keyboardelemente, ohne dabei zu symphonisch oder zu atmosphärisch zu wirken, die Gitarren reißen und beißen – dies aber ohne langweilig oder starr anzumuten. Ein Zusammenspiel von musikalischer Höchstleistung mit der unerbittlichen und unverkennbaren Voice von Katharos, der sich von Album zu Album weiter gesteigert hat und sein satanisch-hexisches Geschnarr hier zur Perfektion bringt. Ein absolut gelungener Closer, der ein stimmiges und wie von ADVERSAM nicht anders erwartetes, musikalisch hochwertiges Release würdig zum Abschluss bringt..

Fazit:
Daimon ist genau das, was man von ADVERSAM erwartet: ein absolut starkes Release, das vor allem durch seine dichte, düster-kalte Atmosphäre, starke Melodiebögen und die durchgehend stimmige klassische Ausrichtung punktet. Eine Linie aus aggressivem Drumming, bissigem Riffing und gezielt eingesetzten Keyboardelementen trägt das unverwechselbare Soundbild. Kleine Schwächen zeigen sich lediglich dort, wo das überdominante Drumming die Feinheiten der Gitarrenarbeit überdeckt. Davon abgesehen steht ein durchgehend solides, musikalisch hochwertiges Release, das seine Stärken vor allem in Atmosphäre, Kontinuität und klassischem Aufbau ausspielt.
Punkte:
Autor: Nicki
