MØRKGRIM – Sǫgur frá Norðfirði (2026)

 

Band: MØRKGRIM
Album: Sǫgur frá Norðfirði
Genre: Black Metal
Label: Soulseller Records

Trackliste:
01. Ramnen kvæd
02. Blóðsvǫrr
03. Mørkt
04. Nordljós
05. Freyja kvað
06. Garm
07. Vardðlokkur
08. Outro
09. I mørkrets djupa skog

Mit Sǫgur Frá Norðfirði legen MØRKGRIM ein Debütalbum vor, das sich, wie das stimmungsvolle Cover andeutet, im Geiste des frühen Neunziger-Black Metals definieren und rohe Aggressionen mit nordischen Folk- Elementen verbinden möchte. Hinter dem Projekt steht Hrafngrímnir, der seit der Gründung von MØRKGRIM im Jahre 1994 für den Gesang und alle Instrumente verantwortlich ist. Seit 2023 sitzt zusätzlich ein klingender Name hinter den Fellen, nämlich den Tausendsassa und Ausnahme-Drummer Nils „Dominator“ Fjellström.

Schon der Auftakt „Ramnen kvæd“ zeigt, dass MØRKGRIM grundsätzlich ein Gespür für finstere Atmosphäre und bissige Riffs besitzt. Auch „Blóðsvǫrr“ startet vielversprechend und bringt eine ordentliche Portion Oldschool- Bösartigkeit mit. Leider werden diese guten Ansätze immer wieder durch äußerst fragwürdige Zwischenparts aus dem Fluss gerissen, wodurch die Songs eher zusammengestückelt als konsequent komponiert wirken. Bei „Mørkt“ wird der Fuß vom Gaspedal genommen und es finden sich akustische Elemente, cleaner Gesang und krächzende Raben im Hintergrund, bevor das Tempo bei „Nordljós“ wieder angezogen wird. Erneut leidet der Song am gewöhnungsbedürftigen Einschub, der sich nicht organisch einfügt.
„Freyja Kvað“, akustisch und durch weiblichen Gesang vorgetragen, wirkt blass und repetitiv. Ähnliche Songs wurden von anderen Bands schon deutlich spannender und mitreißender umgesetzt. Den stärksten Moment der Veröffentlichung bildet bestimmt „Garm“. Hier greifen Energie und Atmosphäre am besten ineinander und der Track zeigt, welches Potenzial in MØRKGRIM stecken würde. Daraufhin folgt das „unheilige“ abschließende Triumvirat von Sǫgur Frá Norðfirði: Die Midtempo-Nummer „Vardðlokkur“ fällt wieder in die Belanglosigkeit zurück und hinterlässt kaum Eindruck, gefolgt vom 9:25 Minuten langen „Outro“, dessen Titel genauso einfallslos wie dessen Vertonung ist, da der Track zum Großteil aus Stille besteht. Die Platte endet mit dem Bonustrack „I mørkrets djupa skog“, der nicht umsonst nur als Zusatzmaterial dient.
Das größte Problem des Albums ist vor allem der Sound: Gesang und Schlagzeug drängen sich unangenehm nach vorne, während die Gitarren häufig im Mix versinken. Dominator liefert, wenn er eingesetzt wird, am Kit eine tadellose Leistung ab. Sein präzises und druckvolles Spiel ist technisch souverän und zweifellos ein echtes Plus dieser Veröffentlichung. Hrafngrímnirs Gesang klingt, als würde ein Gift und Galle spuckender Bergtroll aus einer Höhle krächzen und erinnert teilweise an die ganz frühen Glanzzeiten von EMPEROR und ARCKANUM, erreicht aber leider aufgrund der unausgegorenen Qualität der Songs nie sein volles Potential.

Fazit:
Bei MØRKGRIMs Sǫgur Frá Norðfirði stehen vereinzelt starke Ideen neben schwachen Übergängen, einer unausgewogenen Produktion und Songstrukturen, die selten zu einem wirklich runden Ganzen finden. Das Album hat Atmosphäre und mit „Garm“ sogar einen klaren Höhepunkt, doch die guten Momente bleiben rar. Demnach kann für dieses Debüt nur eine, um es wohlwollend auszudrücken, bedingte Empfehlung ausgesprochen werden.

Punkte:

Autor: M.S.