SOULGRIND – Ad Pulchram Mortem (2026)

Band: SOULGRIND
Album: Ad Pulchram Mortem
Genre: Gothic/Black Metal
Label: Inverse Records

Trackliste:
01. Nousee musta lintu
02. The Origin of the White Serpent
03. Jylhä metsämies
04. The Last Day of Therinon
05. In the Circus of Tuonela
06. Dark Water Wide
07. Tears of the Earth
08. A Whispered Curse upon the Gale
09. As a Narrow Fjord Descends
10. Into the Shadows of Devotion

Manche Band verschwindet nach 16 Jahren in der Versenkung und taucht irgendwann höchstens noch als Fußnote der Metalgeschichte auf. Dies gilt jedoch nicht für die finnischen Mitglieder der Band SOULGRIND, die sich nach ihrer langen Auszeit mit Ad Pulchram Mortem eindrucksvoll zurückmelden. Seit 1992 treibt diese Band bereits ihr Unwesen, doch wer jetzt einen nostalgischen Aufguss aus früheren Zeiten erwartet, sollte vorerst genau hinhören. Denn hier wird düsterer Black Metal mit Gothic-Elementen, schweren Doom-Passagen und einer gehörigen Portion finnischer Melancholie zu einer ziemlich eigenwilligen Mischung verrührt.

Das neue Album startet mit einem Song namens „Nousee Musta Lintu“ und so beginnt die Reise erst einmal atmosphärisch, bevor „The Origin Of The White Serpent“ mit seinen knapp neun Minuten deutlich macht, dass SOULGRIND nicht unbedingt auf musikalische Schnellgerichte setzen. Hier treffen düstere Gitarren auf die eindringliche Stimme von Tanya Lilith, während die harschen Vocals für die nötige Portion Bosheit sorgen. Gerade dieser Wechsel zwischen hart und zerbrechlich funktioniert erstaunlich gut und verleiht dem Song eine ganz eigene Dynamik.
Anschließend bringt „Jylhä Metsämies“ eine gehörige Portion nordische Atmosphäre mit ins Spiel und zeigt, dass die Finnen auch vor ihrer Muttersprache nicht zurückschrecken. Mit „The Last Day Of Therinon“ wird es danach wieder etwas ruhiger und melancholischer, wobei man dem Stück durchaus Zeit geben sollte seine Wirkung zu entfalten. Wer ständig nur auf die nächste Blastbeat-Attacke wartet, ist hier ohnehin an der falschen Adresse.
„In The Circus Of Tuonela“ verbindet die verschiedenen stilistischen Zutaten zu einem weiteren düsteren Kapitel, ehe „Dark Water Wide“ wieder mehr Druck aufbaut und mit melodischen Passagen punktet. Bei „Tears Of The Earth“ kommen die atmosphärischen Qualitäten der Band ebenfalls gut zur Geltung, während „A Whispered Curse Upon The Gale“ etwas kompakter ausfällt und die dunkle Grundstimmung konsequent weiterführt.
Mit „As A Narrow Fjord Descends“ kommt ein weiteres längeres Stück daher, welches sich genug Zeit für seine musikalische Entwicklung nimmt. Den endgültigen Schlusspunkt setzt schließlich „Into The Shadows Of Devotion“, das mit über elf Minuten Spielzeit noch einmal sämtliche Register zieht und die Platte mit einer ordentlichen Portion Melancholie ausklingen lässt.
Was SOULGRIND auf Ad Pulchram Mortem besonders gut gelingt, ist die Verbindung von Härte und stimmungsvollem Gefühl. Tanya Liliths klarer Gesang bildet einen klaren Kontrast zu den tiefen Growls und den rauen Black-Metal-Vocals, während die Keyboards für zusätzliche Atmosphäre sorgen, ohne die Gitarren völlig in den Hintergrund zu drängen. Mit einer Gesamtspielzeit von rund 65 Minuten hätte der oder andere Abschnitt durchaus etwas kompakter ausfallen dürfen. Dafür bekommt man ein Album, das sich nicht nach drei Minuten erschließt und auch nach mehreren Durchläufen noch genügend dunkle Ecken zum Erkunden bereithält.

Fazit:
SOULGRIND melden sich mit Ad Pulchram Mortem nach langer Abwesenheit überzeugend zurück und beweisen, dass man auch nach Jahrzehnten im Metal-Unterground noch genügend neue Ideen aufs Tablet bringen kann. Die Mischung aus Black Metal, Gothic und Doom ist zwar keine Neuerfindung des Genres, überzeugt aber durch ihre Atmosphäre, die gelungenen Gesangskontraste und die typisch finnische Schwermut. Wer auf düstere Klangwelten steht und sich gerne einmal eine Stunde lang in melancholischen Metal-Abgründen verliert, sollte hier definitiv reinhören und genießen. Nicht unbedingt leichte Kost für zwischendurch, aber dafür ein Comeback mit Charakter und ordentlich Tiefgang.

Punkte:

Autor: Sabine W.