Band: KAIFECK
Album: Zeit im Sterben
Genre: Prgressive Metalcore
Trackliste:
01. 1922
02. Zeit im Sterben
03. Der Wald
04. Fragment (Zwielicht)
05. Schritte in die Stille
06. Geist
07. Fragment (Schlaf)
08. 31 03
09. Irrlicht I: im schattenen Meer
10. Irrlicht II: Im ewigen Nebel
11. Irrlicht III: Im Blut
12. Fragment (Weiher)
13. Dämmersten

KAIFECK eine Progressive-Metalcore Band aus Bayern hat mit Zeit im Sterben ihr zweites Studioalbum veröffentlicht. Für Truecrime Interessierte, bzw Menschen die gern europäische Horrorfilme schauen, klingelt es vermutlich beim Namen KAIFECK, oder genauer Hinterkaifeck. Im Jahr 1922 geschah auf dem Tannödhof in Hinterkaifeck eine abscheuliche Mordserie, für die bis heute kein Täter gefunden wurde und um die sich viele Geschichten, Mythen und Vermutungen ranken. Und genau mit dieser Geschichte befasst sich Zeit im Sterben.
Beginnt das Album in den ersten Klängen noch unerwartet freundlich mit sanften, schwermütigen Gitarrenklängen, wird doch bereits durch die kratzige Aufnahmequalität und dem nach einer guten Minute erfolgendem Wechsel zu härteren Stilmitteln klar, welche Stimmung hier übermittelt werden soll. Der Klang ist düster, agressiv und drückend, man fühlt sich durch die teils dissonanten Akkorde und den sehr kratzigen, schrägen Gesang immer leicht unwohl, kann aber dennoch nicht aufhören fasziniert den Texten in ihrer Grausamkeit und Brutalität und der sehr abwechslungsreichen Musik zu lauschen. Dieser Wechsel zwischen ruhigen Passagen und bedrohlichen Melodien, aber auch wirklich harten Parts mit fast schon unangenehmem Gekeife, zieht sich durch den Großteil des Werks und ruft während des Hörens immer wieder Bilder eines fernen Lebens, weit weg von allem, außer dem dunklen Wald, wach.
Durch das Hauptthema, welches sich hier durch das komplette Album zieht und mit dem sich wirklich alle Songs beschäftigen, möchte ich keine Lieder einzeln betrachten, sondern das Album als ein Werk, das man sich auch als Ganzes anhören sollte. Insgesamt ist der Stil sehr experimentel, wechselt von ruhig, zu melodisch, bis zu wirklich harten Passagen und schrägen Klängen. Auch der Gesang unterstützt dieses Erlebnis, Mal geflüstert, Mal rauh aber melodisch, aber auch dreckiges Gekeife, punkiges Geschrei und Passagen die an frühe Werke von Rammstein oder Oomph! erinnern, bleiben hier wirklich keine Wünsche offen. Das gesamte Werk hält seinen Hörer über die ganze Spielzeit in einer Stimmungslage zwischen düsterer Melancholie und Unbehagen, durch Text, Gesang und das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente.

Fazit:
Zeit im Sterben von KAIFECK ist eine Geschichte, nicht nur ein Musikalbum. Man muss sich Zeit nehmen das ganze Werk wirken zu lassen. Wenn man das tut und sich die Zeit dafür nimmt, wird man belohnt mit einer großartigen düsteren Darbietung, die auf jeden Fall ihren Reiz hat. Eigenwillig, aber auf jeden Fall empfehlenswert.
Punkte:
Autor: Evelyn
