DARK PLAGUE – Masquerade (2026)

  

Band: DARK PLAGUE
Album: Masquerade
Genre: Black Metal
Label: Fetzner Death Records

Trackliste:
01. Social Sickness
02. Overwhelmed
03. Make War Great Again
04. Bitter Leather & Sweet Pain
05. Modern Lament
06. Insidious Plague of Mind
07. Power of Desire
08. Useless

DARK PLAGUE liefern mit Masquerade kein Album, das um Aufmerksamkeit bettelt – es reißt sie an sich wie ein Sturm, der alles mit sich fortträgt. Schon nach den ersten Takten wird klar, dass hier keine Hoffnung verkauft wird, sondern eine schonungslose Bestandsaufnahme menschlicher Abgründe. Dieses Werk ist von purem Nihilismus durchzogen und wirkt wie der Soundtrack einer Welt, die sich längst aufgegeben hat. Wer bereit ist, sich auf diesen kompromisslosen Strudel einzulassen, findet hier ein intensives Extreme-Metal-Album, das es in sich hat.

Mit „Social Sickness“ beginnt eine Reise ohne Licht am Ende des Tunnels. „Overwhelmed“ erhöht den Druck weiter und lässt dem Hörer kaum Gelegenheit, Luft zu holen. Überhaupt ist Masquerade ein einziges Geknüppel ohne große Verschnaufpausen, das seine Wucht konsequent bis zum Schluss aufrechterhält. Die Gitarren schneiden wie rostige Klingen durch ein Fundament aus donnernden Drums und peitschenden Blastbeats. Der Gesang wirkt dabei weniger wie eine klassische Performance als vielmehr wie ein verzweifelter Schrei gegen die Sinnlosigkeit der Existenz. Trotz aller Brutalität verliert die Band nie die Kontrolle über ihre Kompositionen. Hinter dem Chaos steckt eine erstaunlich präzise Struktur, die verhindert, dass die Songs zu einer gesichtslosen Wand aus Lärm verschmelzen. Besonders „Make War Great Again“ entfaltet eine beklemmende Atmosphäre, die den Hörer förmlich in ihren Bann zieht. Mit „Bitter Leather & Sweet Pain“ und „Modern Lament“ zeigt die Band, dass Härte und Atmosphäre keineswegs Gegensätze sein müssen. „Insidious Plague Of Mind“ trägt seinen Titel mit voller Überzeugung und fühlt sich tatsächlich wie eine langsam fortschreitende geistige Infektion an. Auch „Power Of Desire“ bleibt trotz seines hohen Tempos erstaunlich eingängig und entwickelt eine fast hypnotische Wirkung. Den Schlusspunkt setzt „Useless“ mit einer Konsequenz, die kaum besser zum Gesamtkonzept passen könnte. Dieses Album bietet keine Erlösung, keine Katharsis und keinen Hoffnungsschimmer. Gerade darin liegt seine außergewöhnliche Stärke. Es ist ein Spitzenalbum für jene Tage, an denen einem die Welt komplett am Arsch geht und man genau diese Dunkelheit nicht verdrängen, sondern bewusst durchleben möchte.

Anspieltipp: „Useless“

Fazit:
Masquerade verlangt seinem Publikum einiges ab und wird mit Sicherheit nicht in jeder Lebenslage zünden. Man muss auf alle Fälle in der richtigen Stimmung für dieses Album sein – sonst bleibt seine Wirkung verschlossen. Wer sich jedoch auf diesen kompromisslosen Abstieg einlässt, erlebt ein Werk von beeindruckender Intensität und Konsequenz. DARK PLAGUE beweisen mit diesem Album eindrucksvoll, dass extremer Metal nicht nur zerstören, sondern auch faszinieren kann.

Punkte:

Autor: Tom K.