Band: DEVORZHUM
Album: O królestwie, którego nigdy nie było…
Genre: Black Metal
Label: Via Nocturna
Trackliste:
01. Initium Belli
02. Czarne Ptaki Października
03. Czas Rozpaczy
04. Czas Zemsty
05. Płacz królestwa, którego nigdy nie było

DEVORZHUM entführen den Hörer auf ihrer EP O Królestwie, Którego Nigdy Nie Było… in eine Welt aus Staub, Blut und verlorenen Hoffnungen. Schon nach wenigen Augenblicken wird klar, dass hier keine romantisierte Vision von Krieg gezeichnet wird. Statt heroischer Gesten und epischer Schlachtengemälde herrscht eine bedrückende Atmosphäre, die den Hörer direkt ins Zentrum eines trostlosen Konflikts wirft. Die polnische Formation erschafft dabei ein Werk, das weniger unterhalten als vielmehr vereinnahmen will.
Mit „Initium Belli“ öffnet sich das Tor zu einem Schauplatz, der von Verzweiflung und Gewalt geprägt ist. Willkommen in der Schlacht – allerdings nicht heroisch oder episch, sondern finster und dreckig. Die Gitarren wälzen sich in schweren, rauen Riffs voran, während die Vocals wie verzweifelte Rufe aus einem zerstörten Land klingen. Die Produktion unterstreicht diesen Eindruck und verzichtet auf übertriebene Klarheit zugunsten eines organischen, fast erstickenden Klangbildes. Besonders beeindruckend ist die Konsequenz, mit der DEVORZHUM ihre Vision verfolgen. Die langen Kompositionen nehmen sich Zeit, Motive auszubreiten und Stimmungen wachsen zu lassen. Dabei entsteht durch die Länge der Songs und ihre bewusst eingesetzte Monotonie eine beinahe hypnotische Wirkung. Immer wieder kreisen die Stücke um dieselben Themen und musikalischen Muster, ohne dabei ihre Intensität zu verlieren. „Czarne Ptaki Października“ entfaltet eine düstere Trance, die sich langsam, aber unaufhaltsam um den Hörer legt. In „Czas Rozpaczy“ verdichtet sich die Atmosphäre zu einem beklemmenden Nebel aus Hoffnungslosigkeit und Resignation. Das anschließende „Czas Zemsty“ wirkt wie der Ausbruch lange angestauter Wut, ohne jedoch die Grundstimmung der Trostlosigkeit zu verlassen. Die Band versteht es, Aggression und Melancholie miteinander zu verweben. Gerade dadurch gewinnt die Veröffentlichung eine emotionale Tiefe, die über reinen Black Metal hinausgeht. Die Songs erzählen keine Heldengeschichten, sondern berichten vom Leid jener, die zwischen Ideologien und Gewalt zerrieben werden. Das abschließende „Płacz Królestwa, Którego Nigdy Nie Było“ wirkt schließlich wie ein düsterer Nachruf auf eine Welt, die niemals die Chance hatte zu existieren. So entsteht aus den fünf Stücken ein geschlossenes Werk, das seine Wirkung eher durch Atmosphäre als durch spektakuläre Einzelmomente entfaltet.
Anspieltipp: „Czas Zemsty“

Fazit:
O Królestwie, Którego Nigdy Nie Było… ist keine Veröffentlichung für schnelle Aufmerksamkeit oder sofortige Eingängigkeit. Wer sich jedoch auf die langsame, bedrückende Reise einlässt, wird mit einer dichten und eindringlichen Klanglandschaft belohnt. DEVORZHUM erschaffen hier ein Werk, das durch seine finstere Konsequenz und seine beinahe hypnotische Wirkung lange nachhallt. Eine EP, die nicht glänzt, sondern wie kalter Schlamm an den Stiefeln haften bleibt.
Punkte:
Autor: Tom K.
