TEUFELSBERG – Ignivore (2026)

 

Band: TEUFELSBERG
Album: Ignivore
Genre: Black Metal
Label: Under The Sign Of Garazel Productions

Trackliste:
01. Ignivore I
02. Płonę
03. In the Glow of Flames
04. Ignivore II

Satanic Raw Black aus Polen mit deathigen Elementen ist spätestens seit BEHEMOTH hoch im Kurs, denn gerade die polnischen Bands zeichnen sich oft durch eine Kombination aus unerbittlicher Aggression und tiefgründigem Songwriting aus. TEUFELSBERG machen da auch keine Ausnahme und beweisen auf ihrer bereits zweiten EP nach dem Studioalbum aus 2023, dass sich raw-blackig dreckiges Riffing, nordische Kälte, düstere Texte und satanische Klangflächen zu einem gelungenen Gesamtkonzept verbinden lassen.

Was ab Track 1, „Ignivore I“, auffällt und sich durch die ganze Platte zieht, ist das klassisch räudige, wenn auch nicht komplett verwaschene Mastering, das trotz einer gewissen Nostalgie noch die einzelnen Elemente erkennen lässt. Besonders technisch wird es beim Opener jedoch nicht. Der Track lebt eher von der düsteren Stimmung, die durch das Gitarrenbrett, die ruhigen, keifigen Vocals und den reißenden Blast entsteht, und vermittelt sofort den Eindruck eines dunklen Rituals.
„Płonę“ setzt ebenfalls auf genau dieses Konzept und baut seine Stimmung aus den Wechseln in Takt und Tempo sowie durch die geniale wie einfache Idee auf, die gesprochen-gekeiften Textpassagen mit Schlagzeugelementen zu hinterlegen, was den Ritualcharakter nochmals verstärkt und zur Geltung bringt.
Reißend, roh und einfach gehalten kommt auch „In the Glow of Flames“ daher. Das lange Tremolo zu Beginn nimmt allerdings viel von der in den Vorgängern aufgebauten düsteren Stimmung. Die Nummer selbst wirkt dadurch etwas plump im Albumkontext und will sich auch durch die bestehende Monotonie nicht so recht einfügen.
Der Closer „Ignivore II“ schließt die düstere Reise mit dem ein oder anderen bissigen Reiterriff, gesprochenen Elementen und der bereits etablierten, eisig durchgezogenen Monotonie würdig ab.

Eine Platte, die Fans der alten Ikonen begeistern wird, bei denjenigen, die aber Wert auf harmonische Melodiebögen, anspruchsvolle Instrumentalistik und durchdachte Melodieführung legen, eher weniger punkten dürfte.

Fazit:
Ignivore ist eine räudige, kalte und konsequent satanisch geprägte EP, die weniger durch technische Finesse als durch Stimmung, Ritualcharakter und kompromisslose Rohheit überzeugt. TEUFELSBERG setzen auf Monotonie, düstere Klangflächen und bissiges Riffing, ohne dabei komplett im verwaschenen Keller-Sound zu versinken.
Wer harmonische Melodieführung, große Instrumentalistik oder moderne Songdramaturgie sucht, wird hier vermutlich wenig finden. Wer jedoch klassischen, dreckigen Raw Black Metal mit polnischer Kälte, satanischer Atmosphäre und finsterem Ritualcharakter schätzt, bekommt mit Ignivore eine solide, konsequente und stimmige EP.

Punkte:

Autor: Nicki