Band: VOKKR
Album: Kości i rytuały
Genre: Black/Folk Metal
Trackliste:
01. Dzida źmieja
02. Čorny Charałuch
03. Rytuał
04. Vaŭkałak
05. Atruta

Die Black Metal/ Black Folk Formation VOKKR wurde 2019 zunächst als Solo-Projekt des gebürtigen Belarussen Vitautas gegründet. Die von der Ästhetik dunkler Fantasy inspirierte Musik formt düstere Ambient-Klanglandschaften mit dichter Atmosphäre. Dunkle Energie, Emotionalität und Melodie ergeben einen tiefgründigen, eigenständigen Sound. Seit der Gründung 2019 werden laufend Veröffentlichungen platziert, wobei es sich großteils um Singles handelt. Abseits davon gab es 2022 eine EP und 2025 das Album Esencja. Die vorliegende EP Kości i rytuały ist das neueste Release der Band.
Eines gleich vorweg: Diese EP ist wie die Musik von VOKKR nichts für orthodoxe Elitisten des Black Metal. Es braucht zumindest die Bereitschaft und Offenheit sich einzulassen. Auf ungewohnte Instrumentierung, auf ungewohnte Dynamik und Struktur. Ungewohnt, aber nicht avantgardistisch. Im Gegenteil, es ist erstaunlich gut hörbar. Insgesamt sind die Songs nicht sonderlich komplex, aber entfalten durch die kreisenden Riffs und die an- und abschwellende Charakteristik eine hypnotische Wirkung. Dazwischen werden zunächst schräg anmutende, aber sich doch erstaunlich gut einfügende Folk-Klänge gesetzt, wie ein Dudelsack in „Čorny Charałuch„. Auch die Melodieführungen erinnern immer wieder an Folk und osteuropäischen Pagan, allerdings nie dominant oder aufdringlich, vielmehr wie Fragmente eines vergessenen Rituals, das unter einer Schicht aus Asche verborgen liegt. Die Folk-Elemente sind dabei nie nur schmückendes Beiwerk, sondern integraler Bestandteil und wesentlich für die Entwicklung der Atmosphäre. Das bereits erwähnte „Čorny Charałuch“ und oder auch „Vaŭkałak“ stehen prototypisch für eine eigentümliche Spannung zwischen aggressiver Raserei und beinahe meditativer Wiederholung. Die Musik scheint konstant in Bewegung zu sein und gleichzeitig stillzustehen – wie Erinnerungen, wie ein nächtlicher Tanz um ein längst verloschenes Feuer.
Der rohe Klang verstärkt diesen Eindruck zusätzlich: Das Schlagzeug poltert trocken und stellenweise ungezügelt, während die Vocals eher wie ferne Beschwörungen aus dem düsteren Schatten wirken. Die Gitarren sind prägnant, aber nicht drückend dominant. Die Songs sind abwechslungsreich, bleiben aber stets innerhalb des gesteckten Klang-Rahmens.

Fazit:
Mit Kości i rytuały bieten VOKKR keinen modernen oder technisch perfekten Black Metal, sondern ein rußverschmiertes Ritual zwischen Folk-Tradition und kalter, düstere Entrücktheit. Die EP lebt von Atmosphäre, Düsternis, Wiederholung und fast ritueller Monotonie. Gerade in ihrer Rohheit steckt der Schlüssel für Intensität und Authentizität. Für Hörerinnen, die gerne in Musik versinken, jedenfalls einen Versuch wert.
Punkte:
Autor: distelsøl
