Band: FADING AEON
Album: Fading Aeon
Genre: Epic/Melodic Death Metal
Trackliste:
01. The Tree Of Knowledge
02. Progressive Self-Destruction
03. The Awakening
04. Fall Into The Icarian Sea
05. Metamorphosis – The Endless Cycle

FADING AEON liefern auf ihrem dritten Release einen sehr cineastischen Zugang zu Melodic Death Metal, der sich vor allem durch lange, ausgearbeitete Kompositionen auszeichnet. Schon der Opener „The Tree Of Knowledge“ macht klar, wohin die Reise geht: technisch versierter Melo Death, dicht geschichtet mit orchestralen, fast soundtrackartigen Synths, die mich persönlich stark an EQUILIBRIUM erinnern. Trotz der vielen Details bleibt die harmonische Grundlage oft reduziert, wodurch der Fokus stärker auf Atmosphäre und Arrangement liegt. Der tiefe Growl passt gut ins Gesamtbild, bleibt dabei aber eher konstant gehalten.
Auch „Progressive Self-Destruction“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, wirkt jedoch etwas düsterer und – dem Titel entsprechend – leicht progressiver. Mit 7:37 ist es zwar die kürzeste Nummer, verzichtet aber dennoch auf klassische Songstrukturen und bietet einige prägnantere Momente, die sich schneller festsetzen als beim Opener.
Mit „The Awakening“ wird es dann deutlich epischer: Ein langes Gitarrenharmonie-Intro führt in einen sehr stimmigen Aufbau, bei dem besonders die melodischen und leicht folkigen Elemente überzeugen und dem Track eine gewisse Weite verleihen.
Den Höhepunkt bildet „Fall Into The Icarian Sea“, die längste und wohl dynamischste Komposition des Albums. Eine Vielzahl an Riffvariationen, der Einsatz von cleanem Gesang und ein durchdachter Spannungsbogen sorgen dafür, dass der Track trotz seiner Länge interessant bleibt. Gerade der Mittelteil mit anschließendem „Re-Intro“ trägt stark zur Dramaturgie bei. Der Fade-out am Ende wirkt im Vergleich dazu etwas zurückhaltend gewählt und hätte möglicherweise der epischen Nummer entsprechender gelöst werden können.
Mit „Metamorphosis – The Endless Cycle“ schließt das Album wieder etwas mit zu beginn düsterer Stimmung, bietet aber vor allem ein eindrucksvolles Solo und im letzten Drittel viel Variation und endet in einem atmosphärisch sehr schönen Outro.
Insgesamt wirkt das Album wie eine Art Metal-Filmsoundtrack, bei dem weniger einzelne Songs im Vordergrund stehen als vielmehr ein durchgehendes Klangbild. Die Kompositionen sind hörbar durchdacht und detailreich, verlangen aber auch eine gewisse Aufmerksamkeit, da sich die Tracks stilistisch teilweise stark ähneln.

Fazit:
Das Konzept Melodic Death Metal mit stark cineastischem Ansatz, funktioniert gut und findet sicher seine Zielgruppe, vor allem bei Hörerinnen und Hörern, die Wert auf Storytelling und ausgedehnte Songstrukturen legen. Gleichzeitig bleibt es eine songwriterische Herausforderung, bei dieser Länge und Dichte die Balance zwischen Abwechslung und Überforderung zu halten. FADING AEON gelingt das über weite Strecken. Die melodische Ausarbeitung ist auf jeden Fall durchdacht und wirkt keineswegs zufällig, wodurch das Album seinem Anspruch als epischer Melodic Death Metal durchaus gerecht wird.
Punkte:
Autor: Ossian Gratzer
