Band: MYTHERINE
Album: Lord Of Mountains
Genre: Progressive Melodic Death Metal
Trackliste:
01. Prologue
02. Firna
03. Lord Of The Mountains (The Frozen Throne)
04. Return Of The Giants
05. Blackened Skies
06. As Light Fades
07. Sinister God Rising
08. In Freezing Darkness
09. Gorfirnod’s Curse
10. Lord of Mountains Pt. II (Crown of Eternal Ice)
11. Epilogue

MYTHERINE ist eine Epic/Melodic Death Metal-Gruppe aus Deutschland. Gegründet wurde die Band 2011 in der deutschen Hauptstadt Berlin. Nach einem Demo (2013), folgte 2015 mit Dawn Of A New Era das Debüt-Album der Deutschen. Dann wurde es recht ruhig um die Gruppe und die Anhängerschaft musste viel Geduld beweisen, denn erst 2024 erschien man mit einer EP zurück auf der Bildfläche. Mit dem vorliegenden Werk Lord Of Mountains kam im November 2025 der zweite Longplayer auf den Markt. Der Silberling wurde mit 11 Tracks bestückt und bietet Unterhaltung für ca. 50 Minuten.
Mit dem Intro „Prologue“ leitet man das Album mit einer frostigen Atmosphäre ein, lässt aber noch keinen Einblick auf das Folgende zu. Der erste Track „Firna“ ist dann der erste Gradmesser und dieser hat es gleich in sich. Man bekommt einen Mix aus melodischem und leicht progressivem Death Metal serviert. Des weiteren werden gut portioniert Synths eingespielt um der Musik eine epische Erhabenheit zu verleihen. Diese Mischung macht die Performance der Deutschen unvorhersehbar wirken und dadurch bleibt der Konzentrations-Level bei Zuhörern hoch. Einziger Wehrmutstropfen ist der fehlende Wiedererkennungswert, da sich die Elemente einfach nicht im Gehörgang festsetzen wollen. Auch im zweiten Titel „Lord Of Mountains (The Frozen Throne)“ zelebrieren MYTHERINE in ähnlicher Manier. Diesmal versucht man etwas eingängiger zu agieren was bedingt gelingt. Dies liegt natürlich aber vorrangig an der leicht progressiven Spielweise. Diese bietet zwar weniger Eingängigkeit aber dafür kann man sich von der breiten Masse besser abheben. In „Return Of The Giants“ zeigen sich die Jungs dann von der etwas thrashigeren und groovigeren Art und können damit gleich wieder für frischen Wind sorgen. Mit mystischer Atmosphäre und rein instrumental wird dann der fünfte Titel „Blackened Skies“ vorgetragen. Trotz seiner Länge von ca. 5 Minuten wirkt der Song zu keiner Zeit langatmig und ist sogar das bisherige Highlight auf dem Album. Im darauffolgenden Titel „As Light Fades“ wird im Vergleich zum Vorgänger dann klar, dass MYTHERINE sich selbst zu viel aufbürden, denn sie wollen fast schon verbissen anders klingen als der Mitbewerb und genau dadurch verliert die Musik ihre Zugänglichkeit. Man überfordert den Zuhörer regelrecht mit der Abwechslung innerhalb der Songs. Zum einen bekommt die Hörerschaft viel geboten aber zum anderen bleibt davon nichts in den Lauschern hängen. Mit „Sinister God Rising“ folgt dann eine brachialere Variante und diese kann voll überzeugen. Liegt daran, dass man flüssiger performt und weniger Prog-Anleihen einfließen. Für mich bisher die beste Nummer auf dem Silberling. Ab diesem Zeitpunkt scheint der Knoten geplatzt zu sein denn MYTHERNE wirken wie ausgewechselt und können den Zuhörer fesseln und in ihren Bann ziehen. Bis zum Ende kann man dieses neu aufgesetzte Gesicht beibehalten und vermeidet dadurch einen in Schönheit erlittenen Erfrierungstod.

Fazit:
MYTHERINE zeigen auf ihrem Album Lord Of Mountains zwei unterschiedliche Gesichter. In der ersten Hälfte setzen sie auf progressiven Melodic Death Metal, der durch viel Innovation glänzt aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen kann. In der zweiten Hälfte wirkt man dann erfrischender, mitreißender und kann so den Zuhörer bis zum Ende fesseln. Auch wenn nicht alles auf dem Album aufgeht, kann man sich trotzdem von der breiten Masse abheben und hat es sich definitiv verdient gehört zu werden.
Punkte:
Autor: Thomas Mais-Schöll
