Band: CRAWLING CHAOS
Album: Wyrd
Genre: Death Metal
Trackliste:
01. The Garden of the Earthly Delights (Part I)
02. Three Times Three
03. Nails of Fate
04. Veiled in Secrets
05. Torches Ablaze
06. Necromancer
07. Nomen Omen
08. To the Furies
09. Witch-Hunt
10. The Garden of the Earthly Delights (Part II)

Mit Wyrd bringen CRAWLING CHAOS ihr drittes Album an den Start – und das hat es in sich. Die Italiener packen Schicksalsgöttinnen, Hexen und antike Mythen in ein Death-Metal-Gewand, das gleichzeitig rau, durchdacht und erstaunlich eingängig klingt. Wer hier nur stumpfe Prügelorgien erwartet, wird überrascht sein.
Musikalisch bleibt Wyrd klar im Death Metal verankert, aber die Band zeigt genug Feingefühl, um mehr als nur Krach zu liefern. Die Gitarren schneiden präzise durch den Mix, der Bass grollt tief und organisch, und das Schlagzeug treibt alles mit ordentlich Druck nach vorn.
Frontmann Manuel Guerrieri growlt sich souverän durch die Texte – mal wütend, mal fast erzählerisch.
Songs wie „Nails Of Fate“ oder „To The Furies“ zeigen, dass CRAWLING CHAOS Brutalität mit Atmosphäre verbinden können. „Veiled In Secrets“ schlägt zwischendurch ruhigere Töne an, ohne die Härte zu verlieren. Und auch Fans klassischer Death-Metal-Lyrics kommen nicht zu kurz: Der Song „Necromancer“ bietet alles, was das Gore-Herz begehrt – düstere Beschwörungen, blutige Bilder und eine Prise makabren Humors, wie man ihn aus den frühen Neunzigern kennt.
Die Band verzichtet komplett auf Keyboards oder Bombast – stattdessen dominieren Riffs, Rhythmus und Struktur. Das Ergebnis klingt roh, ehrlich und trotzdem glasklar produziert.
Inhaltlich wird’s spannend: Wyrd bezieht sich auf das altenglische Konzept des Schicksals – also jenes unausweichlichen Fadens, der alles miteinander verbindet. Die Texte greifen Figuren aus Mythologie und Literatur auf – von den nordischen Nornen über die Furien bis zu Macbeths Hexen. So entsteht ein Konzeptalbum, das nicht nur musikalisch, sondern auch thematisch eine Geschichte erzählt.
Die Produktion aus den Domination Studios (Simone Mularoni) sorgt dafür, dass alles druckvoll, aber nie überladen klingt.

Fazit:
Wyrd ist ein Death-Metal-Album mit Köpfchen – hart, düster und intelligent komponiert. CRAWLING CHAOS liefern kein Standard-Geknüppel, sondern ein durchdachtes Werk mit klarer Vision. Wer Lust auf kompromisslosen Sound mit mythologischem Tiefgang hat, sollte hier unbedingt reinhören.
Punkte:
Autor: Tom K.
