Band: IMPERIUM INFERNALIS
Album: Imago Dei
Genre: Black Metal
Label: Schattenkult Produktionen
Trackliste:
01. The Burden Of Consciousness
02. The Obsidian Kosmos
03. Embrace The Savior
04. The Horror Of Recursive Realities
05. Messiah Of The Rebels
06. The Tableau Of Decomposing Beliefs
07. Katharsis

Dass Griechenland in Sachen Black Metal hervorragend aufgestellt ist, haben Bands wie ROTTING CHRIST, VARATHRON oder YOTH IRIA bereits mehrfach bewiesen. Mit IMPERIUM INFERNALIS erscheint nun eine weitere Formation auf der Bildfläche, die mit ihrem zweiten Studioalbum Imago Dei Ruhm und Gloria des Südens im musikalischen Gewand des Nordens konsequent weiter ausbaut.
Das zweite Album nach dem Erstling aus dem Jahr 2013 vereint peitschende Hymnen, die an DEATHSPELL OMEGA denken lassen, mit melodischen und verspielten Klanglandschaften – meist getragen von durchgehend rasanten Marschtempo. Das wird bereits im Opener „The Burden Of Consciousness“, der ursprünglich 2017 erschienen Platte deutlich. Der Track zeigt sich eher klassisch blackig, arbeitet mit peitschendem Hyperblast und Powerchords und wird durch vereinzelte Takt- und Tempowechsel sowie starke Leads aufgelockert, die hier jedoch noch im Hintergrund bleiben.
Erst mit „The Obsidian Kosmos“ kommen diese stärker zum Tragen. Durch markante Soli und perfekt gesetzte Gitarrenbridges entfaltet sich die ganze Qualität der Nummer. Neben der hervorragenden Instrumentalarbeit besticht der Track durch sein pfeilschnelles Tempo, melodisch schwere Slow Parts und eine durchdachte Melodieführung, die neben DEATHSPELL OMEGA auch Anleihen bei den Technical Blackern von IMPERIUM TRIUMPHANT erkennen lässt.
Abgesehen von einem ruhigen Mittelteil in „The Obsidian Kosmos“ scheint das Album sein gefühltes 350er-Tempo kaum drosseln zu wollen, denn „Embrace The Savior“ rattert in eben diesem Tempo weiter, bevor die Stimmung kurzzeitig in düstere Schwere kippt – nur um anschließend erneut Gas zu geben. Auch hier fällt die extrem durchdachte Melodieführung auf, ebenso wie die Stimmigkeit der Tracks untereinander. Das Album präsentiert sich geschlossen, mit klarem roten Faden, was sich auch in „The Horror Of Recursive Realities“ fortsetzt.
Obwohl diese Nummer ruhiger und getragener wirkt, bleibt das Tempo hoch. Durch die tiefere Tonlage und klarere Melodieführung erscheint der Track schwerer und weniger polternd, melodischer und kontrollierter. Der rote Faden bleibt erhalten, ebenso die starke Instrumentalarbeit, die sich in einem genialen Drum-Part und fast schon black/ deathigem Riffing zeigt, das stellenweise an die ein oder andere Nummer von ACHERONTAS denken lässt. Gegen Ende wartet der Track mit einer Überraschung in Form von Clean Vocals auf, die beim Hörer echtes Erstaunen auslösen und nahtlos zu „Messiah Of The Rebels“ überleiten.
Anstatt choral zu starten, setzt dieser Track jedoch im 300er-Blast à la 1349 ein, kombiniert mit schneidendem, bissigem Riffing. Gerufene Gesangspassagen erinnern an MGŁA oder GROZA, während die Leads erneut in Richtung Black/ Death driften und vor dem gnadenlosen Hyperblast ihre volle Wirkung entfalten.
Dem gleichen Muster folgt „The Tableau Of Decomposing Beliefs“, wenn auch in noch höherem Tempo. Genau diese konsequente Steigerung verleiht dem Album Tiefe, ohne es monoton oder langweilig wirken zu lassen, und zeigt, wie durchdacht das Konzept der sechs Jungs aus Kreta angelegt wurde.
Auch der rein instrumentale Closer „Katharsis“ zeigt keine Schwäche. Der ruhig und fast schon jazzige Track überzeugt mit der gleichen klaren Melodieführung wie seine Vorgänger, wird gegen Mitte erneut wuchtig und beendet ein äußerst durchdachtes Album getragen und stimmig.

Fazit:
Imago Dei ist ein durchgehend starkes und äußerst geschlossenes Release, das durch konsequente Melodieführung, hohes Tempo und klare stilistische Linie überzeugt. IMPERIUM INFERNALIS schaffen es, peitschende Black-Metal-Hymnen mit fast schon verspielten, technisch anspruchsvollen Klanglandschaften zu verbinden, ohne dabei den roten Faden zu verlieren oder in Monotonie zu verfallen.
Die Platte lebt von ihrer Stimmigkeit, der durchdachten Struktur und der starken Instrumentalarbeit, die sich über alle Tracks hinweg auf konstant hohem Niveau bewegt. Ein Album, das nicht durch einzelne Ausreißer, sondern als Gesamtwerk funktioniert und genau dadurch seine Wirkung entfaltet.
Punkte:
Autor: Nicki
