Band: YUGULA
Album: Cantos a una tierra muerta
Genre: Blackened Doom Metal
Trackliste:
01. Hundo mis manos en tu cuello
02. Hundo mis manos en ti
03. El pulso de los ahogados
04. El pulso de los muertos

YUGULA graben sich direkt in den trockenen, toten Boden Kastiliens und reißen alles raus, was darunter fault. So stellt bereits der Name des Albums Cantos a una tierra muerta (Gesänge an ein totes Land) klar worum es geht. YUGULA lebt auf 28 Minuten, vier Tracks, den Atmospheric Black Metal.
Der Gesang ist roh und erinnerte an erstickende Schreie aus den Eingeweiden. Mal verzweifelt heulend wie ein verletztes Tier, mal tief grollend und fast schon ertrinkend in Hall und Dreck. Nie poliert, immer am Rand des Zusammenbruchs. Die Gitarre ist schwerfällig. Langgezogene Riffs, die von schneidenden Tremolo-Passagen unterbrochen werden, machen gut Stimmung. Es wird auf erzwungene Solo verzichtet. So bleibt die erdrückende Wand aus Kälte und Verfall. Das Schlagzeug ist hochwertig. Langsame Beats, pochend wie die letzten Herzschläge, werden von brutalen Blastbeats stimmungsvoll abgewechselt. Es ist kein stumpfes Prügeln, sondern eine Abfolge präziser Schläge, die die Leere noch leerer macht. Alle drei zusammen erzeugen eine Atmosphäre, die sich anfühlt wie ersticken in einem verlassenen Stall bei Nacht.
Das Album beginnt mit „Hundo mis manos en tu cuello“ setzt sofort den Ton an, der langsam auf die eigene Brust drückt. „Hundo mis manos en ti“, der zweite Track, geht aber noch weiter. Lange, quälende Passagen, in denen fast nichts passiert. Genau das macht es jedoch so stark. Man spürt die Leere, die Verlassenheit, die kaputten Dörfer, die verdörrten Felder. Der dritte Track „El pulso de los ahogados“ bringt mehr Bewegung rein, ist aber gnadenlos schwer. Der Rhythmus ist wie ein letztes, schwaches Herzklopfen unter Wasser bis die Blastbeats explodieren. Der Track endet mit einem Schrei, bis alles wieder im Morast versinkt. Brutal effektiv. „El pulso de los muertos“ rundet das Ganze ab. Es gibt mehr Verzweiflung und mehr Weite. Ein würdiges Ende für so ein Werk.

Fazit:
Die Kälte geht unter die Haut. YUGULA liefert pure und trostlose Emotion, verpackt in schweren Riffs mit wahnsinnigen Growling. Cantos a una tierra muerta ist keine Kost, die nebenbei konsumiert werden kann, sondern ein mitreißender Spaziergang durch verlassene spanische Geisterdörfer. Es tut weh, und das mit Suchtfaktor.
Punkte:
Autor: Christian S.
