Band: TRANSILVANIA
Album: Magia Posthuma
Genre: Black/Thrash Metal
Label: Invictus Productions
Trackliste:
01. Magia Posthuma
02. Thrall
03. Set The Tombs On Fire
04. Tuberculosis Reigns
05. A Tower To Confess
06. Hallows Of The Heir
07. Poenari By Night
08. The Fastian Bargain

Hellbutcher- und Watain-Fans aufgepasst – hier kommt der neueste Black/Thrash-Brecher aus Österreich, denn die vier Tiroler, welche sich 2014 unter dem Namen TRANSILVANIA zusammengetan haben, bringen mit Magia Posthuma ihr neuestes und bereits drittes, im Songwriting geniales Album an den Start.
Schlotzig-dreckiger Sound im Stil von Celtic Frost oder Hellbutcher – genial kombiniert mit der blackig-atmosphärischen Raffinesse von Watain oder Emperor – macht bereits den Opener und Titeltrack „Magia Posthuma“ zu einem musikalischen Schmankerl, das durch atmosphärische Tiefe, eisig-kalten Sound, hervorragende Melodiebögen und solide Leadarbeit glänzt.
Individualität und altbekannte Werte gibt es in „Thrall“, denn der Track überzeugt nicht nur durch starke Arbeit an den Leads, hervorragende Melodieführung und die thrashig-dreckige Grundstimmung – auch das dramatisch Tiefe und atmosphärisch Kalte kommt hier nicht zu kurz. Neben dem ein oder anderen schwarzmetallischen Ausbruch spielt die Band mit dem Thrashstil früherer Zeiten und lässt leicht nostalgisch an Sacramentum und gitarrentechnisch an Root denken, während der tiefdunkle, böse und absolut individuelle Vibe der Band erhalten bleibt.
Nicht weniger beeindruckend, aber eher blackig als thrashig kommt „Set The Tombs On Fire“ daher. Hier zeigt sich wieder das raffinierte und starke Songwriting, denn atmosphärisch tiefe Melodiebögen und klangliche Weiten, die durch Tremolo und konstantes Drumming entstehen, sorgen für Tiefe, während die hexischen und unerbittlich kalten Vocals die schwarzmetallische Kälte liefern. Der ein oder andere Break und Taktwechsel sorgt für Abwechslung, während starke Leadparts Wiedererkennungswert ins Spiel bringen und den Hellbutcher-Vibe nicht ganz untergehen lassen. Eine Raffinesse, die sich auch Sulphur Aeon zunutze macht – auch wenn der Vergleich mit den deutschen Brechern hier lediglich der Erklärung der Songstruktur dient, denn auch diese Nummer ist absolut individuell und geprägt von der persönlichen Handschrift der vier Jungs aus Innsbruck.
Fast schon satanic-blackige Ritualcharakteristik und True-Norwegian-Vibes bringen „Tuberculosis Reigns“ und „A Tower To Confess“ mit sich. Beide Nummern sind wieder eher blackig gehalten und überzeugen durch hervorragendes und individuelles Drumming, starke und stimmige Leadarbeit sowie eine einzigartige Charakteristik. Während „Tuberculosis Reigns“ mit Kälte und Boshaftigkeit im höheren bis mittleren Tempo arbeitet und „A Tower To Confess“ fast schon ambientartig und schwer dahinwummert, teilen sich beide diesen anmutigen und rituellen Charakter, auf den die Großen des Satanic Black wohl neidisch wären.
Ähnliche Grundstimmung, aber mit mehr Fokus auf Tempo und Leadarbeit, bringt „Hallows Of The Heir“ mit sich. Nicht weniger giftig und bissig als die Vorgängertracks, jedoch deutlich aggressiver und schneller, präsentiert sich die Nummer stilistisch wieder eher blackig, aber mit dreckigerem Riffing und stärkerem Fokus auf Leadarbeit und Basslinie, welche hier für die Schwere und den gewaltigen Druckaufbau verantwortlich sind.
Absolut stark und trotz stilistischem Ausflug durch ein superkompliziertes Solo in die Sphären des Hard’n’Heavy der 80er fügt sich „Poenari By Night“ perfekt in den Albumkontext ein. Ein Track, der begeistert und überrascht zugleich und durch seine vielen Takt- und Tempowechsel die Individualität der Truppe unterstreicht, mit Altbekanntem spielt und dennoch komplett einzigartig bleibt.
Der Closer „The Fastian Bargain“ hüpft etwas aus der Reihe, denn die letzte Nummer kommt fast schon atmosphärisch-post-blackig daher und will sich durch ihre melodische Verspieltheit nicht so recht in den bisherigen Albumkontext einfügen. Ein Track, der in puncto instrumentalistischer Großartigkeit und hervorragendem Songwriting den anderen in nichts nachsteht – keine Frage –, im Albumkontext aber dennoch nicht ganz stimmig wirkt, obwohl auch hier der hohe Standard im Songwriting gehalten wird.

Fazit:
Magia Posthuma ist ein absolut starkes und in seinem Songwriting bemerkenswert durchdachtes Release, das dreckigen Black/Thrash mit atmosphärischer Tiefe und individueller Handschrift verbindet. TRANSILVANIA schaffen es, klassische Einflüsse von Hellbutcher, Celtic Frost oder Watain aufzugreifen, ohne dabei beliebig oder kopiert zu wirken, denn gerade die starke Leadarbeit, die abwechslungsreichen Takt- und Tempowechsel sowie die düster-rituellen Klanglandschaften geben dem Album seinen eigenen Charakter. Besonders die Mischung aus thrashiger Dreckigkeit, satanic-blackiger Atmosphäre und melodischer Raffinesse funktioniert über weite Strecken hervorragend. Lediglich der stilistisch etwas ausbrechende Closer wirkt im Gesamtbild nicht ganz so stimmig wie die restliche Platte. Davon abgesehen liefern die vier Innsbrucker ein musikalisch hochwertiges und bemerkenswert individuelles Album ab.
Punkte:
Autor: Nicki
