SUN OF THE DYING – A Throne Of Ashes (2025)

Band: SUN OF THE DYING
Album: A Throne Of Ashes
Genre: Doom/Death Metal
Label: AOP Records

Trackliste:
01. Martyrs
02. Black Birds Beneath Your Sky
03. With Wings Aflame
04. The Greatest Of WInter
05. House Of Asterion
06. Of Absence

A Throne Of Ashes ist das dritte Album der Spanier von SUN OF THE DYING, die, 2013 gegründet, seit 2017 in der gleichbleibenden Formation zusammen arbeiten. Geprägt von traditionellem Doom lassen sie sich auch von modernen Bands inspirieren und haben keine Berührungsängste gegenüber anderen Genres, solange es für die beabsichtigte Atmosphäre hilfreich ist. So legen sie nun also ihr drittes Album vor, das sechs Songs und eine Laufzeit von guten 41 Minuten zu bieten hat.

Meeresrauschen. Aus dem Hintergrund dringt langsam lauter werdend Glockengeläut und ein zarte weibliche Stimme. Wuchtig setzen dunkle, mächtige Gitarren ein, Drums und Bass bilden ein bebendes, gleichwohl sicheres Fundament, begleitet von schweren Streicher-Klängen, dann ebbt der Song wieder ab, wird ruhig, schwermütig, um sich dann wieder – von Growls angetrieben – mächtig aufzubäumen. Hola – die Spanier wissen, wie man inszeniert. Der Opener „Martyr“ ist damit ein Vorgeschmack dessen, was sich über das gesamte Album zeigt. Die Songs setzen auf lange Spannungsbögen, wuchtige Riffs und ein bewusst entschleunigtes Tempo, das Raum für Emotionen lässt – Trauer, Wut und innere Leere werden spürbar, beinahe körperlich. Dem gegenüber stehen aggressive Ausbrüche und mächtige, opulente Klangwände. Da die Spanier im wesentlichen nicht auf traditionelle Songstrukturen zurückgreifen, wird jedem einzelnen Song Raum gegeben, sich zu formen, sich zu entwickeln und gleichzeitig eigenständig zu stehen. „Black Birds Beneath Your Sky“ zum Beispiel ist zunächst ein schwerfällig stampfendes Ungetüm, das dann in den wehenden Umhang eines hymnischen Melodic Death Stücks gehüllt wird. „With Wings Aflame“ hingegen gewinnt durch die weibliche Gaststimme von Antinoë glitzernde Akzente.
Diese Kontraste verleihen dem Album Tiefe und verhindern monotone Schwere. Der Gesang – abwechslungsreich zwischen Clean und Growls – bewegt sich dabei zwischen Verzweiflung, Resignation und Melancholie. Die sehr saubere Produktion trägt diese Dynamik. Zu jeder Zeit ist der Klang klar, definiert und druckvoll zugleich.
Und doch: über das gesamte Album hinweg wird das alles ein bisschen viel Drama, ein bisschen viel Inszenierung. So spannend und interessant es innerhalb einzelner Songs ist, so anstrengend wird es auf Albumlänge, es wird zu viel an Pathos, zu viel an großer Geste, überdehnen die Kontraste den Spannungsbogen.

Fazit:
Mächtige Gitarren, treibende Drums, aggressive Growls kontrastieren mit ruhigen, zerbrechlichen, schleppenden Passagen. Wie von Gezeiten inspiriert entwickeln sich die Songs bis hin zu opulenten, orchestralen Klangbildern. Gekonnt werden Einflüsse aus schwerem, tiefschwarzem Doom und Melodic Death miteinander verwoben. Die Kontraste machen die einzelnen Songs interessant, über das Album hinweg, ist es aber too much und bricht etwas an der Atmosphäre.

Punkte:

Autor: distelsøl