Band: SOTABOSC
Album: El batec dels Maquis
Genre: Atmospheric Black Metal
Trackliste:
01. Nerthus
02. Heimdall
03. Freyja
04. El batec dels Maquis/Records vius en la foscor

Die Atmospheric-Black-Partie SOTABOSC brachte mit El batec dels Maquis ihr erstes vollständiges Studioalbum auf den Markt und lässt neben atmosphärischen Weiten post-blackige Melodiebögen fließen, die den Eindruck hinterlassen, als hätte man Dark Folk in einen schwarzmetallischen Umhang gehüllt.
Die 2023 gegründete, fünf Mann starke, spanische Formation zeigt zudem ihr Gespür für Harmonien und Songstruktur, denn das komplette Release verfolgt von Track eins bis zum vierten und letzten Song einen geradlinigen Aufbau und eine klare Struktur, wobei man bei „Nerthus“, „Heimdall“ und „Freyja“ das Gefühl hat, dass diese ein zusammenhängendes Konzept ergeben sollen. Alle Tracks sind auf Katalanisch, sodass sich dies anhand der Lyrics nicht mit Sicherheit sagen lässt. Gemeinsam haben sie jedoch eine geniale Songstruktur, die sich zwar ähnelt, aber dennoch individuell bleibt und nie langweilig wirkt.
Während „Nerthus“ durch beißendes Riffing, giftiges Gekeife und eher klassischen Aufbau überzeugt, sich hin und wieder aber durch den ein oder anderen ruhigen Moment unterbricht, bevor über solidem Blast-Unterbau und stabiler Basslinie wieder aus vollem Rohr geballert wird, startet „Heimdall“ atmosphärisch und melodisch ruhig, zeigt im Gegensatz zum Vorgänger jedoch keine Spur der bissigen schwarzmetallischen Giftigkeit und bringt stattdessen solide und komplexere Leadarbeit mit.
Die Besonderheit ist, wie bereits erwähnt, der durchgehende rote Faden der Tracks, denn alle drei überzeugen durch eine gewisse Dramaturgie und einheitliche Melodieführung, während sich „Heimdall“ durch die starke Leadarbeit besonders hervortut. Bei all dem epischen Drama entsteht jedoch stellenweise der Eindruck, dass es an Druck fehlt und dem Song durch das extrem Folklorische etwas die Zähne gezogen wurden.
„Freyja“, der eindeutig ruhigere Teil des Songtrios, überzeugt ebenfalls nicht durch ein besonders außergewöhnliches Klangbild, denn nach dem fast schon fein-romantischen Einstieg wird auch hier wieder aus vollem Rohr geballert. Dennoch sorgen die Wechsel im Tempo und die immer wieder eingestreuten atmosphärischen Weiten für eine gewisse Finesse, die den Track kurzweilig und stimmig macht, wobei auch hier die Wiederholung im musikalischen Aufbau auffällt und das ein oder andere Riff wohl „doppelt gemoppelt“ wurde. Dadurch wirkt die Nummer dennoch wie ein passender Abschluss der Trilogie und verleiht dem ersten Teil des Albums einen epischen Charakter.
Die letzte Nummer der Platte, „El batec dels Maquis / Records vius en la foscor“, ein fast 17 Minuten langes, klangliches Epos, fügt sich ebenfalls stimmig in den Albumkontext ein. Neben dem bereits etablierten melodischen Aufbau und den kontrastreichen Gitarrenlinien der vorherigen Tracks wird hier hauptsächlich über den Faktor Zeit gearbeitet – der Hörer kann durch den Wechsel aus Ruhe und Brachialgewalt abschweifen und träumen, bevor ein gewaltiger Ausbruch im Mittelteil ihn wieder in ein dramatisches Hier und Jetzt zurückholt. Ein gelungener Mix aus atmosphärischen Elementen, tiefer Dramaturgie und schönen Linien, der das durchaus gelungene Release würdig ausleitet.

Fazit:
El batec dels Maquis überzeugt vor allem durch seine starke Atmosphäre, den konsequent durchgezogenen roten Faden und die gelungene Verbindung aus post-blackigen Klanglandschaften und folklorischer Epik. Besonders die ersten drei Tracks wirken wie ein zusammenhängendes Konzept und leben von ihrer dramaturgischen Melodieführung und den weitläufigen, fast träumerischen Klangbildern. Gleichzeitig fehlt es stellenweise an Druck und echter Härte, wodurch manche Passagen trotz starker Leadarbeit etwas zu weich und wiederholend wirken. Dennoch schafft es SOTABOSC, mit Atmosphäre, Harmonie und sauberem Songwriting ein durchaus gelungenes Debütalbum abzuliefern, das seine Stärken klar in Stimmung und Klangtiefe findet.
Punkte:
Autor: Nicki
