Band: LÖMSK
Album: Act II – Of Iron And Blood
Genre: Black Metal
Trackliste:
01. Fields Of Elysium
02. Of Iron And Blood
03. Requiem Of Fire
04. Entropia
05. The Gathering Storm
06. Chimaera
07. Stare Into The Void
08. Furia
09. The Silence Thereafter

Das 2022 gegründete schwedische Black-Metal-Quartett bringt mit Act II – Of Iron And Blood sein erstes Studioalbum an den begeisterten Black-Metal-Hörer und hat sich im Vergleich zur zuvor erschienenen EP (Act I) nochmals gewaltig gesteigert. Wilde Ausbrüche im Wechsel mit melodischen Parts – was die Bezeichnung als untypisch schwedischen Black, die manche Reviewer-Kollegen bereits gebracht haben, und den Vergleich mit MGLA durchaus verständlich macht, wenngleich die vier Jungs als Alleinstellungsmerkmal mehr als nur ihre Gasmasken zu bieten haben.
Das zeigt schon der Opener der neun Tracks starken Platte, „Fields Of Elysium“, eindrucksvoll. Die Nummer rumpelt von Sekunde eins mit brachialer Gewalt dahin, baut ihre Spannung über den ein oder anderen schön gesetzten Melodiebogen auf und erzeugt hauptsächlich durch die Variationen in den Vocals ihre Stimmung und Atmosphäre. Neben verspielten Soundteppichen, die Tiefe und Harmonie mit sich bringen, besticht „Fields Of Elysium“ genauso wie der Folgetrack und Titelgeber der Platte, „Of Iron And Blood“, weniger durch hervorragende Technik an den Instrumenten, dafür aber durch den geschickten Einsatz typisch blackiger Stimmungsgeber wie Tremolos und eisiger Skalen, die sich mit Sprechgesang und fast schon depressive-blackigen Soundlandschaften abwechseln.
Nichts Neues, aber dafür gut gemischte altbekannte Zutaten bieten „Requiem Of Fire“ und „Entropia“. Auch wenn beide Nummern wieder eher einfach gehalten sind, bleibt die hervorragende Atmosphäre, die LÖMSK mit dem ein oder anderen geschickten Takt- und Tempowechsel setzt, sowie die tiefe Dramatik, die durch den geschickten Einsatz fast schon lieblicher Melodiebögen entsteht. Zwei Midtempo-Nummern, die zwar keine herausragende Innovation oder technische Aufwendigkeit bieten, handwerklich aber sauber umgesetzt sind und sich stimmig in den Albumkontext fügen.
„The Gathering Storm“ wirkt als unterbrechendes Instrumentalinterlude und leitet direkt zu „Chimaera“ über, die in der Melodieführung einfacher, im Tempo langsamer und weniger druckvoll ist als ihre Vorgänger, was den Track fast schon blackdoomig erscheinen lässt – mit dem ein oder anderen schnelleren Blast-Ausbruch.
Die Depristimmung mit Aggroausbrüchen setzt sich in „Stare Into The Void“ und „Furia“ fort. Beide Tracks folgen demselben Muster, das auch den Rest der Platte durchzieht: harmonisch verspielte Melodiebögen, wilde Ausbrüche und Stimmungsaufbau durch gesangliche Variation. Auch wenn die Stimmung hier eher nach Depri und Endzeit schreit, was dem Album einen gewissen bitteren Beigeschmack gibt, der durch den ohnehin schon schlichten Aufbau mit der nun präsenten Depression entsteht, und sich alles stimmig fügt, verliert man aufgrund dieser Monotonie und drückenden Einfachheit irgendwann die Lust, weiterzuhören.
Der rein instrumentale Closer „The Silence Thereafter“ leitet die durchwegs gelungene, wenn auch recht einfach gehaltene Platte würdig aus und beendet die depressiv-wütende Stimmungsreise.

Fazit:
Act II – Of Iron And Blood ist ein stimmiges und in sich geschlossenes Release, das vor allem durch Atmosphäre, Dynamik und den gezielten Einsatz von Melodie und Vocal-Variationen überzeugt. LÖMSK setzen weniger auf technische Finesse als auf Wirkung, Stimmung und klare Strukturen – was über weite Strecken gut funktioniert. Problematisch wird es dort, wo sich die einfachen Songmuster zu stark wiederholen und die depressive Grundstimmung in Monotonie kippt. So bleibt ein solides, atmosphärisch dichtes Album, das seine Stärken klar ausspielt, auf Dauer aber etwas an Spannung verliert.
Punkte:
Autor: Nicki
