Band: HAMMERFILOSOFI
Album: Signum
Genre: Black Metal
Label: Osmose Productions / ATMF
Trackliste:
01. A Dance Above The Abyss
02. Falling Monuments
03. My Blood Is My Voice
04. Centuries
05. Funeral Veil
06. The Destroyer Of Worlds
07. Meta-morphobic (The Infamous Lord Of Shadows)
08. Premonitions Long Forgotten

Die italienisch-norwegische Zwei-Mann-Formation HAMMERFILOSOFI stellt mit Signum ihr zweites Studioalbum seit der Gründung 2020 und dem drei Jahre später erschienenen Debüt vor. Auch auf dem neuesten Werk will man mit esoterischer Naturhymnik, rituell anmutenden Klängen und klassischem schwarzmetallischem Aufbau punkten.
Der Opener „A Dance Above The Abyss“ startet mit erhabenen Kirchenglocken und Gewittersounds, bevor er in ordentliches Geballer mit bissigem Riffing und klatschender Basslinie übergeht. Das extrem hohe Tempo und das räudige Mastering lassen zunächst Großes vermuten – bis der Gesang einsetzt. Mit seinem heiseren Klang und der gerufenen Technik will dieser nicht so recht zur Musik passen und nimmt dem Track eher Kraft, als ihn zu bereichern. Dieses Problem setzt sich in „Falling Monuments“ fort und fällt hier noch deutlicher ins Gewicht, da die Nummer instrumental durch ihre hervorragenden und extrem starken Leads enormes Potenzial hätte und trotz des rauen Masterings das handwerkliche Können klar erkennen lässt.
Das massive Gesangsproblem bleibt auch in „My Blood Is My Voice“ bestehen, auch wenn das halbklare Reibe-Singe-Keuche, das ein wenig an einen Bühnenroadie mit Raucherhusten nach dem Schleppen erinnert, hier etwas besser zur Grundstimmung passt.
„Centuries“ könnte episch und gewaltig sein: instrumental absolut überzeugend, im Midtempo gehalten, mit starkem Spannungsbogen und eigenständigem Klangbild – das jedoch erneut durch den Gesang geschwächt wird. Gleiches gilt für „Funeral Veil 273“, das ebenfalls deutlich unter seinen Möglichkeiten bleibt. In „The Destroyer Of Worlds“ wirkt der Gesang hingegen weniger störend, da der Track nicht ganz so komplex und instrumental dominant ist und dadurch ein stimmigeres Gesamtbild entsteht.
Mit dem stimmigen Gesamtbild ist es in „Meta-morphobic (The Infamous Lord Of Shadows)“ wieder vorbei. Gleiches Problem wie zuvor: extrem starke Instrumentalistik, hervorragende Leads, wunderschöner Melodiebogen – und Vocals, die dem Ganzen die Ästhetik rauben. Im Closer „Premonitions Long Forgotten“ zeigt sich dieses Ungleichgewicht erneut, auch wenn das Finale etwas weniger unstimmig wirkt, da es instrumental und stilistisch einfacher gehalten ist.

Fazit:
Signum leidet weniger an mangelnder Instrumentalistik als an einem durchgehend unstimmigen Gesamtbild. Die Platte bietet extrem starke Gitarrenarbeit, hervorragende Leads und durchdachte Melodiebögen, die handwerklich auf hohem Niveau umgesetzt sind.
Das größte Problem bleibt jedoch der Gesang, der in den meisten Tracks nicht zur Musik passt und dem ansonsten überzeugenden Material spürbar Kraft und Wirkung nimmt. Einzelne Nummern funktionieren besser, sobald die Songs simpler gehalten sind, doch insgesamt bleibt der Eindruck eines Albums, das sein eigenes Potenzial immer wieder selbst ausbremst.
So bleibt Signum ein Release mit starken Ideen und hoher musikalischer Qualität, das jedoch durch seine vokale Umsetzung nie zu einem wirklich stimmigen Ganzen zusammenfindet.
Punkte:
Autor: Nicki
