GUYOD – Death Throes Of A Drowning God (2026)

 

Band: GUYOĐ
Album: Death Throes Of A Drowning God
Genre: Doom/Death Metal
Label: Grazil Records

Trackliste:
01. Signal 00347
02. A Thousand Invisible Eyes
03. Signal 05575
04. Behind Walls Of Ice
05. Signal 14721
06. Vortex Of Infinite Despair
07. Hestia Drowning
08. Signal 79357

Das Grazer Doom-/Death-Quartett GUYOĐ hat sich seit seiner Gründung 2020 in der Szene bereits einen Namen gemacht und wurde auch hier bei uns für ihr erstes Album GUYOD – Heart Of Thy Abyss und ein Split Guyod – Alluvial Soil bereits mit Lob überhäuft. Nun liegt die EP Death Throes Of A Drowning God mit vier neuen Songs aus den unbekannten Tiefen vor und wir hatten das Vergnügen hineinhören zu können.

Um Doom zu hören, brauche ich immer ein bestimmtes inneres Befinden, brauche ich meinen Lauschhafen, brauche ich Zeit und Ruhe. Ihr kennt das wahrscheinlich. Aber selbst, wenn ich in dieser Stimmung bin, kommt es manchmal vor, dass ich es nicht lange aushalte und unruhig werde. Bei der hier besprochenen EP ist das anders. Bereits in den ersten Sekunden zieht die Musik, der Klang meine Aufmerksamkeit und mich mit auf eine Reise. Dabei ist es zunächst nichts anderes als ein Signal, ein Rauschen, Brummen, Blubbern, ein Flüstern am Rand des Meeres. Der erste Song „A Thousand Invisible Eyes„, ist geprägt von einem Riff, dynamischen Tempowechseln und vielseitigen Vocals. Beeindruckend, wie der Song nicht nur die Doom-typische Schwere vermittelt, sondern darüber hinaus auch noch aggressive Dynamik erzeugt. Diese Gleichzeitigkeit macht die Charakteristik der Songs über die gesamte EP aus. Es ist ein beständiges sowohl, als auch: die Gitarren sind schwer und massiv, aber auch scharf und schneidend, die Drums geben Halt und Struktur, treiben aber auch an, der Bass wummert und bebt unspezifisch, setzt aber auch präzise Akzente. Und doch: nie ist die Variation befreiend, sondern vielmehr beunruhigend und bedrohlich, als würde etwas im Innern kurz vor dem Zerreißen sein. Die kurzen Interludes, die Signale, erlauben das Atemholen nur kurz. Tatsächlich ist es wie im Song „Vortex Of Infinite Despair„: es gibt kein Entrinnen, sondern der Strudel reißt mit, der unmittelbar in „Hestia Drowning„, den melodiösesten Song der EP, übergeht. Aber lasst euch nicht täuschen, der Song schwappt über einen, wie eine Riesenwelle und reißt Heim und Haus nieder.

Fazit:
Ein Album von GUYOĐ ist nie leichte Kost, vielmehr bedrängt es die Hörerin, erschwert es das Atmen. Es ist das lustvolle Abtauchen in lichtlose Abgründe, nichts vor Augen als die pure Schwärze. Freilich, die düstere, schwere Musik hat keine Strahlkraft, die Massen verzaubert, vielmehr wirkt sie wie ein schwarzes Loch, sie zieht in den Bann, wühlt auf und zieht gleichzeitig in die Tiefen. Es gelingt sowohl die bedrückende Schwere, als auch aggressive Dynamik zu erzeugen. Am Ende, kein Lieblingssong, kein prägnantes Riff das bleibt, sondern ein Gefühl von seltsamer Ruhe, berührender Stille. Friedlich. Gut.

Punkte:

Autor: distelsøl