DIURNAL – Asura Demons (2019)

   

Band: DIURNAL
Album: Asura Demons
Genre: Black/Death Doom Metal
Label: Schattenkult Produktionen

Trackliste:
01. Πορεια στα Ταρταρα
02. Αστερι της αυγης
03. Χορος των ερινυων
04. Δαιμονων
05. Δευτε λαβετε σκοτος
06. Υπο την λαμψη της τριαινης
07. Κερασφορε κρονιε
08. Κατανυξη 

Unter dem Label Schattenkult veröffentlicht die griechisch-schweizerische Zwei-Mann-Formation DIURNAL ihr Debütalbum Asura Demons – eine Platte, die Fans der zweiten Welle, besonders von Mayhem, frühen Satyricon, Demonaz oder Tsjuder, in ihren Bann ziehen wird. Das Album ballert nicht nur kalt und grausam, sondern wirkt zugleich durchdacht und besticht mit hervorragender Instrumentalistik – wie bereits der Opener „Πορεια στα Ταρταρα“ zeigt. Der Track startet, nach dem für das Genre typischen düsteren Instrumentalintro sofort mit glasklarem Riffing, bösartigem Doubleblast und infernalischem Shrieking. „Πορεια στα Ταρταρα“ wartet zudem mit im Hintergrund gemasterten, aber deutlich hörbaren Gitarrenparts auf und erinnert in Aufbau und Struktur an die Altmeister von Beherit oder Celtic Frost, während die Stimmungswechsel durch technisch saubere Gitarrenbridges dem Stück eine gewisse Eigenständigkeit verleihen, ohne die bewusst gewollte Rohheit einzubüßen.

Giftiger und um einiges räudiger präsentiert sich „Αστερι της αυγης“ mit bissigen, im Vordergrund stehenden Vocals, bevor es über ein technisch einwandfreies Solo und eine kreative Pause aus verzerrter Gitarre und wohlgesetztem Rauschen in eine Drum-Bridge und schließlich in einen gewaltigen Blast geht, der das Herz eines jeden Mayhem-Fans höher schlagen lässt. Ausgeleitet wird die Nummer jedoch etwas kantig, denn nach dem Crescendo wartet man als Hörer noch auf den finalen Paukenschlag, der allerdings ausbleibt und den Track etwas unfertig wirken lässt.

Der Eindruck verstärkt sich in „Χορος των ερινυων“, der unerwartet doomig, schwer und getragen dahin schlurft und sich nicht ganz in den Albumkontext einfügen will, was auch der Folgetrack „Δαιμονων“ mit mächtigem Reiteriff, Doubleblast, eisiger Voice im Dark-Funeral-Style und diversen Taktwechseln deutlich macht. Beeindruckende Instrumentalparts machen den Track zu einem Höhepunkt der Platte, während „Χορος των ερινυων“ dadurch noch mehr wie ein Fremdkörper wirkt.

Ähnlich mächtig, wenn auch melodischer, präsentiert sich „Δευτε λαβετε σκοτος“. Besonders fällt hier die Voice auf: Der Gesang bleibt halb clean und zeigt, dass auch ohne Gekeife Eiseskälte und typische schwarzmetallische Stimmung transportiert werden können. Eine hervorragend durchdachte Nummer, die neben feinen Gitarrenparts auch durch die beständige Basslinie und die saubere Melodieführung überzeugt. Obwohl der Track wieder etwas aus dem Rahmen fällt, fügt er sich perfekt ins Album ein und macht die Platte im Gesamtkonzept nur noch stärker.

Ruhiger und erneut bedrohlich-doomig geht es mit „Υπο την λαμψη της τριαινης“ weiter. Der Song trägt eine gewisse Schwere, verliert dabei jedoch nichts von seiner Atmosphäre und schwarzmetallischen Kälte, was Erinnerungen an die Funeral Procession der Altblacker Gorgoroth weckt.

In „Κερασφορε κρονιε“, dem vorletzten Track der LP, geht es wieder doom-blackiger zur Sache. Ruhig getragen und schwer schnarrt sich die Nummer fast sieben Minuten lang durch, bietet zwar ordentlich Druck und eine gewaltige Portion Depression, jedoch wenig Abwechslung in Melodie und Linienführung, was es etwas schwierig macht, der Komposition über die volle Länge aufmerksam zu folgen.

Nicht so beim Closer „Κατανυξη“ – hier lassen Mayhem, Tsjuder und teilweise auch Absu grüßen. Eine druckvolle, eiskalte Nummer im Stil der Großen der zweiten Welle, die mit hexischem Gekeife, treibenden Blasts und schneidenden Riffs über halb-räudigem Mastering überzeugt und trotz klarer Referenzen mit Eigenständigkeit und Individualität punkten kann.

Fazit:
Asura Demons lebt von kalter Atmosphäre, bissigen Riffs und dem Wechselspiel aus Druck und gezielten Pausen. Besonders „Πορεια στα Ταρταρα“, „Δαιμονων“ und „Κατανυξη“ zeigen, wie gut DIURNAL mit Blasts, Gitarrenlinien und Stimme eine bedrohliche Stimmung aufbauen können. „Χορος των ερινυων“ wirkt im Vergleich etwas losgelöst, und auch „Κερασφορε κρονιε“ bringt zwar Schwere, bietet aber wenig Variation. Im Gesamtkontext bleibt ein stimmiges Album, das sich klar an der zweiten Welle orientiert und dabei genug eigene Akzente setzt.

Punkte:

Autor: Nicki