Band: ARGUS MEGERE
Album: Cerburea apusului
Genre: Black Metal
Label: Loud Rage Music
Trackliste:
01. Volvura
02. Iarba-fiarelor
03. Cărvunele vieții
04. Șarpele din nouri
05. Soma

Fans des Atmospheric Melodic Black Metal kennen sie, die 1996 gegründete Institution ARGUS MEGERE. Und endlich ist es soweit: Nach langer Pause, denn das letzte Epos der fünfköpfigen Formation aus Rumänien erschien 2017, bringen die Jungs und Mädels nun ihr neuestes Werk Cerburea apusului an das Ohr der Genre-Anhänger. So viel vorab: Wer lange und getragene Melodiebögen, eine gewisse Verspieltheit und Soundelemente schätzt, die bereits bei STORMLORD, HECATE ENTHRONED oder SUMMONING gefallen haben, wird den neuen, fünf Tracks starken Epos lieben – angefangen mit „Volvura“, das sich durch klare Linienführung, hervorragende Instrumentalistik und den Wechsel aus Härte, Technik und vertrauten Keys auszeichnet.
Ruhiger und getragener geht es in „Iarba-fiarelor“ weiter. Erst nach mehreren Minuten instrumentalem Aufbau startet der Track in seinen eigentlichen Hauptteil – und wie könnte es anders sein – mit einem epischen Gitarrensolo. Der Sound erinnert an eine Mischung aus Heavy Metal im Stil von SAXON und der Weite von FALKENBACH. Eine abwechslungsreiche und schwer greifbare Kombination, die neben epischen Klanglandschaften auf Härte verzichtet und stattdessen mit hervorragenden Melodiebögen und wunderschönen Clean-Vocals punktet. Fans von FALKENBACH oder MENHIR werden den episch schönen 17-einhalb-Minuten-Brecher definitiv feiern.
Ähnlich episch, aber rund fünf Minuten kürzer und dafür deutlich härter präsentiert sich „Cărvunele vieții“. Trotz hervorragender Melodieführung, stimmig verspielter Keyboardelemente und starker Leadarbeit wird hier geblastet und gebissen, ohne die schöne Linie oder die durchdachte Struktur zu verlieren – bis der Song bricht und in ein eher zusammengewürfeltes ruhiges Instrumental übergeht, das auch danach keinen neuen Schwung aufnimmt, sondern minutenlang dahinschimmert und den Hörer etwas verdattert über den abrupten Stilbruch zurücklässt.
Ein über vier Minuten langes Interlude ist „Șarpele din nouri“ – nicht gut, nicht schlecht, sondern einfach da – und fungiert als Überleitung zum 14-minütigen Closer „Soma“, der ruhig beginnt, sich druckvoll und episch aufbaut und bei dem weder Epik noch Härte, Instrumentalarbeit oder geschickte Songstruktur zu kurz kommen. Damit klingt eine durchaus gelungene, wenn auch stellenweise sehr langatmige Platte würdig aus.

Fazit:
ARGUS MEGERE liefern mit Cerburea apusului ein Album ab, das vor allem durch epische Weite, starke Melodiebögen und atmosphärische Tiefe überzeugt. Die Band versteht es, Klanglandschaften zu erschaffen, die majestätisch, verspielt und gleichzeitig kraftvoll wirken, auch wenn einzelne Passagen durch ihre Länge und vereinzelte Stilbrüche den Fluss etwas ausbremsen. Gerade die Mischung aus Härte, Epik und melodischer Raffinesse zeigt jedoch deutlich die Erfahrung und das Gespür der Rumänen für Dramaturgie und Stimmung. Ein Werk, das nicht auf schnelle Wirkung setzt, sondern sich langsam entfaltet – und genau darin seine größte Stärke findet.
Punkte:
Autor: Nicki
