Band: ÆNIGMATUM
Album: Infinitude’s Passage
Genre: Progressive Black/Death Metal
Label: 20 Buck Spin
Trackliste:
01. Pitiless Mechanism
02. Inseverable
03. Architect of the Fated
04. A Tarnished Nexus
05. Nocturne of Ageless Reverie
06. Infinitude’s Passage

Mit ihrem dritten Album Infinitude’s Passage treiben ÆNIGMATUM ihren technisch-progressiven Death Metal weiter voran. Das Quartett verbindet komplexe Strukturen mit düsteren Melodien, dissonanten Passagen und dezenten Black-Metal-Einflüssen. Trotz aller spielerischen Finesse steht dabei der Song im Mittelpunkt.
Bereits „Pitiless Mechanism“ zeigt die Richtung an: verschachtelte Riffs, rasante Rhythmuswechsel und melodische Gitarrenlinien treffen auf kontrollierte Aggression. „Inseverable“ wirkt etwas direkter und bringt mehr Groove ins Spiel, während das ausladende „Architects Of The Fated“ die progressive Seite der Band besonders deutlich hervorhebt. Die Produktion ist klar und druckvoll, lässt dem Bass ausreichend Raum und macht selbst in den dichtesten Passagen viele Details hörbar.
Spielerisch ist das Album beeindruckend, ohne wie eine klinische Technikübung zu klingen. Besonders das Zusammenspiel der Gitarren sorgt für einen enormen Detailreichtum. Der Bass ist keineswegs nur Fundament, sondern bewegt sich hörbar durch die Arrangements, während mit Blastbeats, Doublebass und teilweise geradezu hyperaktiven Fills permanent neue Akzente setzt. Die Vocals bilden dazu einen rauen Gegenpol. Statt die technische Seite noch weiter herauszustellen, halten sie das Material fest im Death Metal verankert. Interessant sind außerdem die zusätzlichen Klangfarben.
Den eigentlichen Höhepunkt hebt sich die Band jedoch für den Schluss auf. Der über achtminütige Titeltrack „Infinitude’s Passage“ bündelt vieles, was zuvor zu hören war: Raserei, dissonante Spannung, dunkle Melodien und progressive Ausflüge. Das Saxophon setzt dabei einen unerwarteten, leicht jazzigen Farbtupfer, der erstaunlich selbstverständlich in die Komposition eingebettet wird.
Die größte Stärke des Albums ist gleichzeitig seine Schwäche. ÆNIGMATUM packen enorm viele Ideen in ihre Songs. Riffs verschwinden teilweise schon wieder, bevor man sie vollständig erfasst hat, und insbesondere „Architects Of The Fated“ sowie „A Tarnished Nexus“ verlangen mehrere Durchläufe. An einigen Stellen hätte etwas weniger vielleicht sogar mehr Wirkung erzielt. Wer einen unmittelbaren Death-Metal-Abriss sucht, dürfte sich an der Detailfülle gelegentlich die Zähne ausbeißen.

Fazit:
Infinitude’s Passage ist anspruchsvoller, technisch beeindruckender Death Metal, der seine Stärke vor allem aus dem Zusammenspiel von Komplexität, Atmosphäre und aggressiver Energie zieht. Nicht jeder Moment zündet sofort, doch gerade die vielen Details machen das Album langfristig interessant. Eine Platte für Hörer, die ihren Death Metal gerne etwas verknoteter und progressiver mögen.
Punkte:
Autor: Elfi Davis
