Band: LÝSIS
Album: At The Edge Of Existence
Genre: Melodic Death Metal / Metalcore
Trackliste:
01. Upon the Precipice
02. The Sentence
03. Blackout
04. Left Out in the Cold
05. The Abyss
06. Collapse
07. Remembrance
08. Unsaid
09. At the Edge of Existence

Eine ziemlich junge Truppe aus Falun in Schweden mit dem Bandnamen LÝSIS bemüht sich mit ihrem Debüt At The Edge Of Existence, im ohnehin gut gefüllten Melodic-Death-Metal-Teich, ein paar anständig große Wellen zu schlagen. Und wer bei schwedischem Melodic Death automatisch an die neunziger Jahre denkt, liegt hier zwar nicht völlig daneben, sollte sich aber trotzdem auf ein paar modernere Zutaten gefasst machen.
Bei LÝSIS werden die alten melodischen Gitarren mit einer gehörigen Portion Metalcore vermischt und es ergibt sich dadurch ein Sound, der gleichzeitig vertraut und erfreulich frisch wirkt. Schon zu Beginn sorgt „Upon The Precipice“ für einen stimmungsvollen Einstieg, bevor „The Sentence“ mit fetten Riffs und Isabell Hags kräftigen Growls richtig gut auf den Putz haut. Überhaupt ist die Dame am Mikro eine der großen Trümpfe dieser Platte, denn neben den brutalen Growls beherrscht sie auch die ruhigeren und klaren Passagen ausgesprochen souverän. „Blackout“ geht anschließend noch eine Spur direkter zur Sache und verbindet moderne Härte mit feinen Melodien, ohne dabei in irgendeinem überproduzierten Einheitsbrei zu versinken.
Etwas emotionaler wird das Ganze anschließend mit „Left Out In The Cold“, wobei gerade der Wechsel zwischen aggressiven und melodischen Passagen hervorragend funktioniert. „The Abyss“ legt danach wieder ordentlich an Härte zu und zeigt ziemlich deutlich, dass LÝSIS keine Angst davor haben, auch einmal die Metalcore-Keule auszupacken.
Bei „Collapse“ treffen dann aber wuchtige Riffs auf eingängige Melodien und einen Refrain, der ziemlich schnell im Ohr bleibt.
Der kurz gehaltene Song „Remembrance“ sorgt anschließend für eine kleine Verschnaufpause und wirkt wie ein dunkler Ruhepol, bevor mit „Unsaid“ wieder ordentlich Druck aufgebaut wird. Gerade dieser Song zeigt sehr schön, wie gut die Schweden Härte und Gefühl unter einen Hut bekommen, ohne dass eine der beiden Seiten dabei zur Nebensache wird.
Und dann wäre da noch der Titeltrack „At The Edge Of Existence“, der mit seinen knapp neun Minuten deutlich mehr Raum bekommt und das Album auf eine atmosphärische Reise schickt. Dabei darf es auch einmal etwas ruhiger und emotionaler werden, wodurch der abschließende Song gleichzeitig schwer und hoffnungsvoll wirkt. Es ist ein durchaus passender Abschluss für ein Album, das sich thematisch intensiv mit Verlust, Tod und Trauer auseinandersetzt.
Was LÝSIS besonders gut gelingt, ist der Spagat zwischen den klassischen Melodic Death-Einflüssen und moderneren Metalcore-Elementen, ohne dass das Ganze wie ein musikalisches Durcheinander wirkt. Die Produktion ist erfreulich klar und druckvoll ausgefallen, wobei Gitarren, Drums und Gesang genügend Raum bekommen und auch die gelegentlichen symphonischen Elemente schön ins Gesamtbild passen. Vor allem aber merkt man dem Album an, dass hier nicht einfach möglichst schnell eine Debütplatte zusammengezimmert wurde, sondern eine junge Band über mehrere Jahre an ihrem eigenen Sound gearbeitet hat.

Fazit:
LÝSIS liefern mit At The Edge Of Existence ein verdammt starkes Debüt ab, das Melodic Death Metal der alten Schule mit modernen Metalcore-Einflüssen zu einer ziemlich gelungenen Mischung verbindet.
Dazu kommt mit Isabell Hag eine Sängerin, die sowohl bei den Growls als auch bei den cleanen Passagen ordentlich Eindruck hinterlässt und dem Album eine eigene Note verpasst. Wer auf melodische Gitarren, fette Riffs, wechselnde Vocals und eine ordentliche Portion Emotion steht, sollte LÝSIS unbedingt auf die persönliche Playlist packen.
Absolut ein gelungenes Debüt einer Band, von der man hoffentlich noch einiges hören wird.
Punkte:
Autor: Sabine W.
