STILLBORN SOILED – Cerebral Carnage (2025)

 

Band: STILLBORN SOILED
Album: Cerebral Carnage
Genre: Death Metal

Trackliste:
01. Hollow
02. Acid
03. Pedophobia
04. Deicide
05. Providence
06. Guilt
07. Burden
08. Adrenochrome
09. Possessed
10. Slave
11. Curse

Bereits die Entstehungsgeschichte von STILLBORN SOILED macht neugierig. Das Trio vereint syrische Musiker mit der deutschen Underground-Szene und erschafft auf Cerebral Carnage eine ungewöhnliche Mischung aus Death Metal, Sludge und dunkler, nahezu hypnotischer Atmosphäre. Statt sich auf reine Brutalität zu verlassen, setzt die Band auf ein Zusammenspiel aus erdrückender Schwere, aggressiver Direktheit und subtil eingearbeiteten orientalischen Einflüssen.
Cerebral Carnage ist kein Album, das den Hörer mit permanenter Geschwindigkeit überwältigen möchte. Vielmehr lebt die Platte vom Wechselspiel zwischen massiven Death-Metal-Attacken und zähflüssigen Sludge-Passagen. Songs wie „Hollow“, „Acid“ oder „Pedophobia“ zeigen früh die Marschrichtung: schwere Gitarrenwände treffen auf bedrückende Grooves und eine Atmosphäre, die sich wie ein dichter Nebel über die gesamte Spielzeit legt. Besonders gelungen wirkt dabei die Fähigkeit der Band, zwischen zerstörerischer Härte und beinahe tranceartigen Momenten zu wechseln. Wo viele Sludge-orientierte Bands Gefahr laufen, sich in endlosen Wiederholungen zu verlieren, behalten STILLBORN SOILED stets genügend Dynamik, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Die orientalischen Einflüsse werden dabei nie aufdringlich eingesetzt, sondern fügen sich organisch in das Gesamtbild ein.
Die Vocals bewegen sich zwischen tiefen Death-Metal-Growls und verzweifelten, beinahe hardcoreartigen Ausbrüchen. Dadurch entsteht eine emotionale Intensität, die hervorragend mit den schweren Instrumentalpassagen harmoniert. Die Gitarren liefern massive Riffs, während Bass und Schlagzeug für eine körperlich spürbare Wucht sorgen. Besonders beeindruckend ist die Geschlossenheit der Band. Trotz der unterschiedlichen stilistischen Einflüsse wirkt kein Element aufgesetzt oder künstlich integriert. Stattdessen entsteht der Eindruck eines Albums, das genau weiß, was es sein möchte und dieses Konzept konsequent verfolgt.
Zu den stärksten Songs gehören „Guilt“, „Possessed“ und „Curse“, in denen die Band ihre Mischung aus Death Metal und Sludge besonders eindrucksvoll ausspielt. Hier treffen schwere Grooves auf aggressive Ausbrüche und erzeugen jene beklemmende Atmosphäre, die das Album auszeichnet. Die größte Herausforderung des Albums liegt gleichzeitig in seiner Stärke. Die durchgehend schwere und düstere Stimmung sorgt zwar für ein geschlossenes Gesamtbild, lässt einzelne Songs jedoch gelegentlich miteinander verschwimmen. Wer nach sofort eingängigen Hooks sucht, wird hier weniger fündig.

Fazit:
Cerebral Carnage ist ein intensives und überraschend eigenständiges Debüt, das Death Metal und Sludge zu einer düsteren, beklemmenden Einheit verschmelzen lässt. STILLBORN SOILED gelingt es, kulturelle Einflüsse, extreme Härte und atmosphärische Tiefe miteinander zu verbinden, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Das Album entfaltet seine Wirkung nicht auf Anhieb, gewinnt aber mit jedem weiteren Durchlauf an Gewicht und Charakter.

Punkte:

Autor: Elfi Davis