Band: GOSPOD
Album: Song Of Solomon
Genre: Black Metal
Label: Underworld Echoes Records
Trackliste:
01. Attraction
02. Awakening
03. Seeking
04. Admiration
05. Separation
06. Reunion
07. Delight
08. Commitment

Sakrale und mysteriöse Klänge, ethnisch anmutende Klanglandschaften über bissigem Gekeife und klassischem Tremolo-Riffing bietet Song Of Solomon, das neueste Werk der Zwei-Mann-Black-Partie GOSPOD, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Glaubensfragen in ihren durchaus atmosphärischen Soundlandschaften zu verarbeiten.
So bietet bereits der Opener „Attraction“ jene typischen Batushka-Vibes, die durch den Mix aus Kirchenchor, hypnotisierend anmutenden Soundteppichen und eisigen, schwarzmetallischen Komponenten entstehen. An und für sich ein stimmiger Track, dem es jedoch an Individualität und Abwechslung mangelt, der dafür aber durch seine massive Portion Kirchenchor fast schon Läuterung vermittelt.
Das gleiche Muster setzt sich in „Awakening“ und „Seeking“ fort: erhabene Soundteppiche, sakrale Chorelemente und klassisch schwarzmetallisches Riffing, das durch vereinzelte Takt- und Tempowechsel sowie eingestreute Leadgitarren-Elemente etwas aufgelockert wird.
Dass das Rad nicht neu erfunden wird, ist klar – dennoch zeigt „Admiration“ deutlich, wer hier als Vorbild gedient haben dürfte. Nicht umsonst denkt man bei diesem durchaus erhabenen Track stellenweise an ROTTING CHRIST oder Батюшка.
Dass einfache Strukturen und klarer Aufbau funktionieren, zeigen Bands wie ANTRISCH, die auch bei GOSPOD durchaus immer wieder zum Tragen kommen. Im Gegensatz zu den oben genannten deutschen Brechern hat man hier jedoch stellenweise eher das Gefühl, in der Christmette oder bei der österlichen Auferstehung zu sitzen. Genau dieses Gefühl vermittelt „Separation“, auch wenn der Track, sobald das allgegenwärtige Kirchenchorgedudel kurz aussetzt, mit starker Leadarbeit und schöner Melodieführung überzeugen kann.
Ein Hallelujah auf „Reunion“, denn bei Track Nummer sechs wird zwar nicht mit dem inzwischen recht nervtötenden männlichen Kirchenchor gespart, dieser wird jedoch gezielter eingesetzt, sodass andere Stilelemente wie ein über die Leadgitarre aufgebauter Spannungsbogen oder klar gesetzte Breakparts deutlich besser zur Geltung kommen. Mitunter die angenehmste Nummer der Platte.
Deutlich überzogen wird es hingegen bei „Delight“, wo die sakralen Elemente endgültig überhandnehmen. Trotz einzelner starker Passagen und erkennbarer instrumentaler Fähigkeiten wirkt der Track durch die überladene Inszenierung eher ermüdend und lässt die Frage offen, warum dieses Potenzial nicht konsequenter genutzt wird.
Mit „Commitment“ endet schließlich ein sehr sakrales Album. Und wer bis dahin noch nicht das Gefühl hat, bekehrt worden zu sein oder kurz vor der eigenen Heiligsprechung zu stehen, wird dies spätestens hier erleben. Noch epischer und sakraler, aber mit starker Leadarbeit und deutlichen ROTTING CHRIST-Vibes, wird ein durchaus gelungenes, wenn auch sehr eigenwilliges Release abgeschlossen. Amen!

Fazit:
Song Of Solomon ist ein atmosphärisch dichtes und konsequent sakral ausgerichtetes Album, das seine Stärke klar aus der Verbindung von Kirchenchören, hypnotischen Klangflächen und klassischem Black-Metal-Riffing zieht. GOSPOD schaffen es, eine durchgehend erhabene und mystische Stimmung aufzubauen, verlieren dabei jedoch durch den übermäßigen Einsatz der sakralen Elemente oft an Abwechslung und Individualität. Einzelne Tracks zeigen deutlich, dass das handwerkliche Können und das Gespür für Spannungsaufbau vorhanden sind, werden jedoch zu selten voll ausgespielt. So bleibt ein eigenwilliges, stellenweise sehr intensives Release, das vor allem durch seine Atmosphäre wirkt, auf Dauer jedoch etwas zu einseitig erscheint.
Punkte:
Autor: Nicki
