Band: SILAERA
Album: An Aberration Of The Void
Genre: Atmospheric Black/Post-Metal
Trackliste:
01. The Emergence Of Suffering
02. Abhorring The Lifting of Eyes
03. From Entropic Dust
04. A Celestial Grave
05. Fall Into Cosmic Sleep

SILAERA ist ein Soloprojekt aus Chicago. Das Debütalbum An Aberration Of The Void ist mit einer Laufzeit von 36 Minuten und fünf Songs eher kompakt ausgefallen. Nichtsdestotrotz bietet es einen Einblick in das künstlerische Schaffen des von Science-Fiction, Cosmic Horror und Death Metal inspirierten Musikers L.A.
Wie ausgefranste Fäden, die sich umeinander winden und wieder lösen, ziehen Gitarren ihre Riffs und Melodielinien. Einzelne Motive tauchen auf, verlieren sich jedoch, bevor sie sich festsetzen können. Darunter arbeiten Rhythmen, die nicht immer stützen, sondern sich gelegentlich auch ineinander verschieben. Es ist ein labiles Gleichgewicht, das sich entwickelt. Immer wieder blitzen Momente auf, in denen sich so etwas wie Ordnung andeutet, und doch bleibt alles fragil. Kaum greifbar, bleibt es fragmentarisch, wie das brechende Bild in einem zerborstenen Spiegel.
Die Produktion verstärkt diesen Eindruck: Es werden Räume geöffnet, die nicht gefüllt werden; an anderer Stelle entstehen dichte Passagen, die verschwimmen und überlaufen. Die Vocals sind entrückt, beinahe körperlos. Es gibt keinen klaren Vordergrund, kein eindeutiges Zentrum, sondern ein Nebeneinander von Elementen. An manchen Stellen wirkt es wie beabsichtigte Reduktion und Dekonstruktion, wie eine Erosion hin zu einem wahren, vielleicht auch spröden Kern. Dann aber wieder – wie in „A Celestial Grave“ – gewinnt das Ganze an Form: Die Gitarren entfalten Melodien und eingängige Riffs, und auch der Bass versteht sich zunehmend als Melodieelement, wodurch ein deutlich dichterer Klangraum entsteht. In „Fall Into Cosmic Sleep“ wird schließlich ordentlich aufgetragen – mit so viel Pathos allerdings, dass die Luft zum Atmen fehlt.
Es gelingt jedoch nicht, dies als stringenten dramaturgischen Bogen plausibel oder erlebbar zu machen; vielmehr bleibt es ein Nebeneinander, das kein ganz konsistentes Bild ergibt.

Fazit:
An Aberration Of The Void hinterlässt keine abgeschlossene Form, sondern vielmehr ein fragmentiertes, brechendes Bild in einem zerborstenen Spiegel. Da ist zum Einen das Element der Erosion, der Ausdünnung auf den spröden Rest. Aber da ist auch der stellenweise recht dick auftragende Pathos, der zudeckt. Es scheint noch unklar zu sein, wohin der künstlerische Weg von SILAERA weist.
Punkte:
Autor: distelsøl
