Band: BLIGHTBRINGER
Album: Blightbringer
Genre: Black/Doom Metal
Trackliste:
01. Scar Collector
02. .308 Hollow Point
03. Nexus Of Filth
04. Blightbringer
05. Like Maggots
06. Self-Loathing Giants

BLIGHTBRINGER ist ein junges Kärntner Trio, das erst 2022 geründet wurde, aber bereits im Mai 2024 ihr erstes Album veröffentlicht hat. Der self-titled Erstling bietet 6 Songs und eine Gesamtlänge von über 39 Minuten. Damit wollen die drei Kärntner gleich einmal ein ordentliches Statement setzen. Lasst uns hören, wie der Versuch gelingt.
BLIGHTBRINGER ist eine aus der Riege junger Kärntner Bands, die sich dem rohen, ungeschönten und direkten Black Metal verschrieben hat. Die drei aus dem beschaulichen St. Veit an der Glan gehen aber bewusst einen Schritt darüber hinaus und nehmen sich die künstlerische Freiheit die rasenden, aggressiven Abschnitte der Songs, mit schweren doomigen Sequenzen zu brechen.
Über weite Strecken sind die Songs dem traditionellen Black verbunden, rasant, roh, angetrieben von Kickdrum und mächtigen Riffs, keifende Vocals. Während die drei Kärntner geradlinig vor sich hin rumpeln, beginnt sich eine inneres Bild zu etablieren, die Protagonisten auf der Bühne in hellem Tuch gewandet, genretypisches Corpse Paint, von hinten beleuchtet, Nebel über allem, nur schemenhaft erkennbar. Und dann – wie aus dem Nichts bricht der Rhythmus, kippen die Riffs in dunkles Schwarz, der Atem stockt. In der Optik der Beobachterin und Hörerin zeigt sich plötzlich ein splitternder Sprung, der alles verzerrt und dazu auffordert, nein, der verlangt, das gewonnene Bild neu zu ordnen, neu zusammen zu setzen.
Nun, es liegt in der Natur der Sache, dass sich so ein Überraschungseffekt nicht beliebig oft reproduzieren lässt, dennoch ist die Verschneidung von Doom und Black ein gelungenes Mittel, um den eigenen Stil von anderen abzuheben. Über ein ganzes Album hinweg werden aber dann doch Schwächen hörbar: einerseits sind die blackartigen Teile schon sehr repetitiv und andererseits täte es dem Album wohl gut, sich in der Dynamik nicht nur auf den Stilbruch zu verlassen.
An den Instrumenten zeigen BLIGHTBRINGER keine Schwächen, das ist alles handwerklich sauber gemacht, allein das Songwriting und in weiterer Folge die Struktur der einzelnen Songs ist simple, da wäre Feinschliff und etwas mehr Komplexität hilfreich.

Fazit:
Vermutlich werden sehr traditionsbewusste Verfechter aus beiden Richtungen keine rechte Freude damit haben, aber man kann zugestehen, BLIGHTBRINGER gelingt mit der Verschneidung tradtionellem, recht rumpeligen Black mit der dunklen Schwere des Dooms und den so provozierten Brüchen eine eigenständige Mischung. Das erste Album ist ein beachtenswerter Meilenstein für die jungen Kärntner und man darf gespannt sein, wo die musikalische Entwicklung sie noch hinführen wird.
Punkte:
Autor: distelsøl
