Band: MASCHARAT
Album: Ars Aurea Mortis
Genre: Black Metal
Label: Remparts Productions
Trackliste:
01. Intro
02. Re Mida
03. Nigredo
04. Albedo
05. Citrinitas
06. Rubedo
07. Lapis
08. Outro

MASCHARAT ist ein seit seiner Gründung 2010 in derselben Formation auftretendes Quartett aus Mailand. Das selbst benannte Debüt-Album erschien bereits 2017. Mit dem, Ende Jänner 2026 erschienen, zweiten Album Ars Aurea Mortis bieten sie auf 41 Minuten Laufzeit ein in der Tradition der zweiten Welle stehendes Black Metal Album, das sich der „Goldenen Kunst des Todes“, der Alchemie und Okkultem widmet.
Ein dunkles, bedrohliches Klavier dominiert „Intro„, das Instrumentalstück, das uns das Tor ins Universum von MASCHARAT öffnet. Ein Auftakt, der Erwartungen weckt: düstere Stimmung, Schwere und undurchdringliche Klanglandschaften. Tatsächlich ist die Atmosphäre von Ars Aurea Mortis von Beginn an von einer eigentümlichen Stimmung durchzogen. Spröde, distanziert, lieblos. Wärme ist hier kein fehlendes Element, sondern ein verweigertes. Die Ästhetik der Maske, auf die sich das Album konzeptuell bezieht, manifestiert sich klanglich als Entzug von Persönlichkeit. Stimme, Rhythmus und Riff verschmelzen zu einem mächtigen, wenn auch unnahbaren Klangkörper.
In den frühen Phasen dominiert eine beinahe lähmende Dichte: massive Gitarrenflächen, monotone, unnachgiebige Rhythmen, kaum melodische Orientierungspunkte. Die Musik scheint sich selbst aufzulösen, bleibt dabei intensiv und wuchtig. Später schärfen sich die Konturen, die Klangwand bleibt jedoch hart, unnachgiebig, geschlossen. Die Blastbeats drücken nicht nach vorne, sie lasten, drohen die Hörerin zu verschlingen. Die Vocals bleiben im Hintergrund, krächzend, angewidert, fast widerwillig artikuliert. Sie fungieren nicht als Ausdruck, sondern als abstraktes Prinzip – als Stimme der Maske, nicht des Menschen, entpersonalisiert.
MASCHARAT arbeiten mit einem recht engen Korsett musikalischen Ausdrucks: tremolierte Riffs, lange gleichförmige Blastpassagen, kaum Variation im Gesang. Doch genau in dieser Reduktion liegt die Radikalität des Albums. Kleine Verschiebungen – ein veränderter Rhythmus, eine leicht andere Harmonieführung – wirken dadurch wie mächtige Gesten. Das Schlagzeug fungiert als unerbittlicher Taktgeber, der Bass bleibt meist im Untergrund, verleiht dem Ganzen jedoch eine physische Schwere, die man eher körperlich fühlt als hört.
Die Produktion ist roh, der Sound trocken, rustikal, spröde und verweigert jede Form der einladenden Wärme. Nichts ist dekorativ, alles konfrontierend.

Fazit:
Ars Aurea Mortis ist ein Album ohne spontane Eruption, ohne große Innovation, keine große Pose, aber glaubhaft rau und direkt. Die Musik bleibt geschlossen, unnachgiebig, beinahe feindselig gegenüber jeder Form von Erwartung. Wer hier nach Abwechslung, Innovation oder emotionalem Mehrwert sucht, wird scheitern und doch ist es mehr als nur eine Randnotiz zum traditionellen Black Metal der zweiten Welle.
Punkte:
Autor: distelsøl
