SRD – Vragvmesiton (2024)

 

Band: SRD
Album: Vragvmesiton
Genre: Black Metal

Trackliste:
01. Kačji mašeljn
02. Môra
03. Vragvmesiton
04. Orji
05. Mrtvaški ples
06. Kaštiga

Die slowenische Black-Metal-Formation SRD besteht in der aktuellen Besetzung seit 2023. Gegründet wurde sie allerdings bereits 2016. Seither haben sie zwei Alben und ein Split eingespielt. Das vorliegende, schon 2024 veröffentlichte, Vragvmesiton ist also das dritte Full-Length-Album der Band und bietet sechs Songs mit einer Gesamtspielzeit von gut 45 Minuten. Die in slowenisch gehaltenen Lyrics befassen sich mit bekannten, aber großen Themen Leben und Tod, Okkultismus und den left-hand path.

Kein plötzlicher Schock, kein greller Moment – vielmehr ein stetiges, unaufhaltsames Drängen. Die Atmosphäre ist dicht, erdig. Der Sound ist rustikal, roh, aber nicht ungeschliffen. Die Gitarren rumpeln wie tektonische Verschiebungen, Schlagzeug und Bass schieben Riffs und Melodie vor sich her. Alles drängt, konsequent, unaufhaltsam. Vragvmesiton bietet ein durchdachtes Spiel mit Dynamik und Textur, das weniger auf technische Finesse als auf emotionale Wucht setzt. Die Produktion lässt bewusst Raum für rohe Kanten, was die Essenz dieser Musik betont und die intensiven, manchmal hypnotischen Passagen noch wirkungsvoller macht. Dieses Album setzt nicht auf Abwechslung im klassischen Sinn. Wiederholung wird gezielt eingesetzt: Riffs kehren zurück, Rhythmen kreisen, Motive verharren, bis sie ihre Wirkung entfalten. Nichts glänzt, alles arbeitet, schwer atmend. Gerade dadurch entsteht eine fast tranceartige Wirkung, besonders in längeren Passagen, in denen sich minimale Variationen einschleichen.
Prototypisch sei das finale „Kaštiga“ erwähnt. Langsam schiebende Riffs und düsteren Klangflächen, Lebendigkeit, die aus den Basslinien entsteht, mantraartig vorgetragene Lyrics. Ein dunkles Ritual, voller Kraft und Tiefe. Ein schwerer, dramatischer Abschluss des Albums, der noch eine Weile nachhallt. Aber auch die anderen Songs wissen zu gefallen. Interessant wie sich trotz der repetitiven Struktur, jeder Song eine eigene Charakteristik entwickelt. In “Môra” ist es zunächst das cleane Gitarren-Intro, nur um bald von wuchtigen, fast martialischen Rhythmen überrollt zu werden. Der Titeltrack “Vragvmesiton” bietet verzerrte Harmonien und Dissonanzen, der prägnante Bass trägt mit seiner Struktur den Song, ein wiederkehrendes Riff, in Summe irgendwo zwischen tranceartiger Beschwörung und maschinenartiger Wucht.

Fazit:
SRD legen mit Vragvmesiton ein sehr solides Album vor, bei dem es nicht um große Innovation oder Neuigkeitswerte geht, vielmehr ist es ein erdiges Werk. Repetitive Strukturen, schweres Grooven, ein bewusst roher Sound. Ein Album das körperlich wirkt: Atem. Schweiß. Kein Firlefanz, sondern geradlinig und direkt. Es ist wild, aber nicht ziellos; es ist schwer, aber nicht ohne inneren Puls.

Punkte:

Autor: distelsøl