ORGIASTIC PLEASURES – Orgiastic Pleasures (2023)

   

Band: ORGIASTIC PLEASURES
Album: Orgiastic Pleasures
Genre: Black/Death Metal
Label: Iron Blood And Death Corporation

Trackliste:
01. Unleashing The Plague
02. Emesis Divina (Drink The Vomit Ov Christ)
03. Abortion By Radiation
04. Feast Of The Sadomaster
05. Catacombs
06. Buried In Red Tears 
07. Desecration Raid
08. Goatpiss Baptism
09. Nemetic Possession – Karmassacre
10. Lurking Deep Below
11. Lightless, Timeless
12. Sadomatic Rites

OORGIASTIC PLEASURES liefern mit Orgiastic Pleasures ein Album ab, das sich tief in den morastigen Gefilden des extremen Undergrounds verortet und dabei keinerlei Ambitionen zeigt, sich auch nur einen Zentimeter in Richtung Zugänglichkeit zu bewegen. Von der ersten Sekunde an schlägt dem Hörer eine Wand aus roher Aggression entgegen, die weniger als Einladung, sondern vielmehr als Kampfansage verstanden werden will. Die Band bleibt sich dabei kompromisslos treu und erschafft ein Werk, das sich jeder Form von Konvention entzieht. Es ist ein Album, das nicht gefallen will, sondern existiert, um zu überwältigen.

Im Zentrum dieses Klanggebildes steht eine unnachgiebige Energie, die sich wie ein permanenter Sturm durch das gesamte Album zieht und dabei kaum Raum zum Atmen lässt. Die Stücke wirken wie kurze, brutale Eruptionen, deren Ziel es ist, den Hörer in einen Zustand kontrollierten Chaos zu versetzen, ohne sich dabei in unnötigen technischen Spielereien zu verlieren. Wer sich allerdings, auch angesichts der klingenden Titel wie zum Beispiel „Goatpiss Baptism“, großartige Virtuosität erhofft, ist ohnehin ein hoffnungsloser Optimist. Stattdessen dominiert eine rohe Direktheit, die sich bewusst gegen jede Form von Überkomplexität stellt und genau daraus ihre Wirkung zieht. Die Produktion unterstreicht diesen Ansatz, indem sie den Sound bewusst schmutzig und ungeschliffen belässt, wodurch eine dichte, beinahe erstickende Atmosphäre entsteht. Trotz der scheinbaren Monotonie entwickelt das Album eine eigentümliche Sogwirkung, die den Hörer immer tiefer in seinen Klangkosmos hineinzieht. Besonders auffällig sind die eingestreuten „Zwischenspiele“, die in ihrer Wirkung etwas diffus bleiben – mal wähnt man sich in feuchten, hallenden Katakomben, ein anderes Mal wird man unvermittelt in die Weiten des Weltalls katapultiert. Diese Momente wirken weniger wie strukturierende Elemente, sondern vielmehr wie fragmentarische Visionen, die das Gesamtbild zusätzlich entrücken. Gerade dadurch entsteht jedoch eine gewisse Unberechenbarkeit, die das Album vor vollständiger Eindimensionalität bewahrt. Das Werk geht konsequent nach vorne und bleibt dabei seinem Stil eisern treu, ohne sich auch nur ansatzweise anzubiedern. Es ist Musik, die nicht erklärt werden will, sondern erlebt werden muss – roh, direkt und ohne doppelten Boden. In seiner kompromisslosen Ausrichtung liegt zugleich seine größte Stärke wie auch seine größte Einschränkung. Wer hier nach Entwicklung oder Dynamik sucht, wird wenig finden, doch genau das scheint auch nie das Ziel gewesen zu sein. Vielmehr entfaltet sich das Album als eine Art klanglicher Exzess, der sich jeder rationalen Analyse entzieht. Es eignet sich hervorragend für Zeiten, in denen man keine große Lust auf Komplexität verspürt und sich stattdessen lieber im Dreck suhlen möchte. In diesen Momenten trifft das Album einen Nerv, den viele technisch ausgefeiltere Werke gar nicht erst erreichen.


Anspieltipp: „Lurking Deep Below“

Fazit:
Am Ende steht mit Orgiastic Pleasures ein Werk, das sich konsequent jeder Form von Verfeinerung verweigert und gerade darin seine Identität findet. Es ist kein Album für den Kopf, sondern für den Instinkt, für das unmittelbare Erleben im Hier und Jetzt. Wer sich auf diese kompromisslose Reise einlässt, wird genau das bekommen, was er erwartet – und vermutlich nichts darüber hinaus. Doch manchmal ist genau das mehr als genug.

Punkte:

Autor: Tom K.

https://m.youtube.com/watch?v=sFOm9IKgouM&list=RDsFOm9IKgouM&start_radio=1&pp=ygUTb3JnaWFzdGljIHBsZWFzdXJlc6AHAQ%3D%3D