WINTER´S BREATH – Eine düstere Winternacht (2025)

 

Band: WINTER´S BREATH
Album: Eine düstre Winternacht
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Running Wild Productions

Trackliste:
01. Abenddämmerung
02. Eine düstre Winternacht
03. Berg aus Eis
04. Schwarzer Engel
05. Der Aufstieg
06. Der Fall
07. Meer der Vergänglichkeit
08. Kalter Schrei
09. Befreiung
10. Morgengrau

Wenn ein österreichisches One-Man-Black-Metal-Projekt im tiefsten Winter 2025 ein Album namens Eine düstre Winternacht veröffentlicht, dann handelt es sich schon fast nach kalkulierter Jahreszeiten-Dramaturgie. WINTER’S BREATH macht genau das, was die wirklich guten Projekte ausmacht – er nimmt das Naheliegende, fast schon Klischeehafte und presst daraus etwas heraus, das sich echt, kalt und unvermeidlich anfühlt.

Das Album ist eine 50 minütige Reise, in zehn Stationen, durch die brutalste Jahreszeit – vom letzten blassen Licht des Nachmittags bis zum ersten, fast schmerzhaften Morgengrauen. Ein Abstieg in Frost und Verlust.

Die Produktion ist die bisher kompromissloseste und klarste von WINTER’S BREATH. Das Schlagzeug hämmert gewaltig. Die Gitarren haben Tiefe und Farbe.  Die orchestralen Elemente tragen die Stimmung und reißen mit. Das Album beginnt mit „Abenddämmerung“. Ein choral-ähnliches, hymnisch-hallendes Intro gefolgt von Gitarre, welche den Frost mitbringt. Eine Mischung aus Stille und aufkeimender Bedrohung. Der folgende Titeltrack „Eine düstre Winternacht“ startet mit kraftvollem Schlagzeugmuster. Geisterhafte synthetische Phasen bremsen das Tempo aus und schaffen Momenten der Spannung. Der dritte Track „Berg aus Eis“ rückt die Gitarre ins Rampenlicht. Kreisende Riffs stechen Kalt zu. Mit „Schwarzer Engel“ entfaltet sich das volle emotionale Potential. Harte Tempowechsel und der Wechsel von Screams zu Klargesang weben ein Netz aus Verzweiflung und dunkler Schönheit. Mit „Der Aufstieg“ wird weiter Tempo reduziert. Man wartet in der Kälte bis etwas passiert. Das tut es mit dem fünften Track, „Der Fall“. Die Lawine reduziert das Tempo nahezu auf Null und bereitet auf die folgende Raserei vor.  Diese tritt auch mit „Meer der Vergänglichkeit“ auch ein. Es ist eine Mischung aus Aggression und Melodie, die auf das große Finale vorbereiten soll. Dies folgt auch in Form von „Kalter Schrei“, dem achten Track. Mächtige Chöre, frostige Keyboards und chaotische Schlagzeug-Passagen formen ein episches Feuerwerk. „Befreiung“ ist ein langsames und düsteres Ausklingen. Mit „Morgengrau“ endet die Kälte der Nacht. Nichtsdestotrotz bleibt die Dunkelheit in einem selbst.

Fazit:
Ehrlich und Kalt. Eine düstre Winternacht erzählt eine einzige, in sich geschlossene Geschichte – und schafft dabei das Kunststück, gleichzeitig sehr persönlich und universell winterlich zu wirken. Jedes Instrument, jeder Gesang dient der Stimmung, kein Moment fühlt sich überflüssig an. WINTER’S BREATH hat mit Eine düstre Winternacht ist ein Statement des Atmosphärischen Black Metal aus Österreich.

Punkte:

Autor: Christian S.