SOLA GRAVIS – Hermit Of Frozen Forests (2025)

Band: SOLA GRAVIS
Album: Hermit Of Frozen Forests
Genre: Atmospheric Black Metal

Trackliste:
01. Eiskalte Winde
02. Hermit Of Frozen Forests
03. Zerfall
04. Sola Gravis

SOLA GRAVIS ist ein Duo aus dem österreichischen Burgenland. Die beiden Mitglieder Verdir und Tenebrae teilen sich die Aufgaben an den Instrumenten. Seit das Duo 2023 beschlossen hat, gemeinsam Musik zu machen, haben sie bereits 2024 eine erste Single veröffentlicht. Anfang 2025 erschien das Debütalbum. Mit dem im November 2025 erschienen vorliegenden Hermit Of Frozen Forests legen sie gleich nochmal nach. Nur vier Songs bei einer Laufzeit von 70 Minuten versprechen Atmospheric Black Metal.

Ich mag das ja sehr: lange Songs, denen Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln, die eine Story erzählen und über die sich eine Atmosphäre breitet. Ich freue mich also beim Start von „Eiskalte Winde„, was ich auch für einen gelungenen Titel für einen Black Metal Song halte. Er eröffnet langsam, akustische Gitarre, eine Maultrommel, etwas Rauschen, wie der eiskalte Wind in der pannonischen Ebene über dem trockenen Waldboden ein paar Blätter aufwirbelt. Aus dem Hintergrund der Szenerie nähern sich die Drums und ein prägnantes Riff, dass dann schlussendlich, von Drums unterstützt, auch ins Zentrum rückt. Die unverständlichen, kreischenden Vocals setzen ein. Das ist durchaus ein vielversprechender Auftakt, der Bilder im Kopf evoziert, wenn auch noch nicht emotional erreicht. So sitz ich da in meinem Lauschhafen und bin neugierig, was da noch kommt, wie sich dieser und die anderen Songs entwickeln werden, warte darauf abgeholt zu werden.
Allein: ich warte vergebens. Die Progression des Songs ist damit im Wesentlichen abgeschlossen, mit minimalen Variationen werden Riff, Lead und Rhythmussegmente aneinandergereiht, nur gelegentlich unterbrochen von kurzen Intermezzos. Kein hörbares Storytelling, praktisch keine Dynamik, sondern vielmehr ein nahezu endloses Aneinanderreihen des immer Gleichen, der immer gleichen Songstruktur. Leider wiederholt sich das Muster auch über die anderen Tracks hinweg und bleibt das Album so eher uninteressant. Weder gelingt es Atmosphäre zu erzeugen, noch auf anderem Weg das Interesse zu halten. Gerade in einem Subgenre wie dem Atmospheric Black Metal, das ja wahrlich eifrig bespielt wird, muss man auffallen, um herauszustechen und Aufmerksamkeit zu ziehen. Die beiden Musiker sind noch sehr jung, vielleicht gelingt es bei zukünftigen Produktionen, die Songs zu straffen, unerwartete Wendungen zu gestalten, eine Geschichte zu erzählen, die berührt.

Fazit:
Das zweite Album des burgenländischen Duos kann leider nicht überzeugen. Die Songs nützen den gebotenen Raum nicht aus, es gelingt nicht eine Geschichte zu erzählen, Atmosphäre aufzubauen, sondern es verharrt an der gefühlt endlosen Aneinanderreihung des immer gleichen Motivs. So verliert die Hörerin rasch das Interesse.

Punkte:

Autor: distelsøl