OSTORATON – Somood (2024)

Band: OSTORATON
Album: Somood
Genre: Progressive/Melodic Death Metal
Label: Via Nocturna

Trackliste:
01. Aljabal
02. Zafon Madin
03. Elmidan
04. SuMoud
05. Safinatol Sahra
06. Ward O Kanager
07. Sab
08. End of Time

Das Album Somood ist die zweite LP der saudi-arabischen Melo Death Band OSTORATON, die bereits 2002 gegründet wurde. Der Bandname bedeutet so viel wie „Legende“ oder „Sage“ und passt damit durchaus zur epischen Ausrichtung des Sounds, den man direkt im Intro um die Ohren bekommt. Arabischer Folk mit Gitarrenharmonien wird melodisch aufgebaut, führt sauber ins Album hinein und setzt sofort die Herkunft fest.

Der Song „Zafon Madin“ ist direkt sehr melodielastig. Der arabische Folk-Gesang liegt oft unter den Growls, was erstaunlich gut funktioniert. Es gibt Wechsel zwischen rhythmischem, modernerem Death Metal, Folk-Elementen und klassischem Melo Death. Die Produktion ist sauber, aber nicht steril, dadurch bleibt alles lebendig. Die arabische Note bringt im Vergleich zum Standard Melo Death einen klaren Wiedererkennungswert.

Es geht rhythmisch und melodisch weiter, mit klar hörbaren arabischen Melodien. Schöne Übergänge, Variationen der Parts und Orchester-Samples in arabischer Klangästhetik. Die Band versteckt ihre Herkunft nicht und genau das tut dem Sound gut. Diese Kombination funktioniert und geht auch auf diesem Album musikalisch wirklich auf. Auch die Songstrukturen sind nicht 08/15, was die LP spannend macht.

Der albumtitelgebende Song „Somood“ ist durchaus erwähnenswert – der Begriff bedeutet so viel wie Widerstandskraft, Durchhaltevermögen oder Standhaftigkeit. Das Intro erinnert fast an skandinavischen Folk Metal, geht dann aber in einen langsameren, stampfenden Rhythmus über. Eine Gitarre wechselt zwischen Rhythmus- und Lead-Parts, was nichts Ungewöhnliches ist, hier aber gut umgesetzt wird. Der Song baut sich stetig auf und entwickelt eine Mischung aus zwei unterschiedlichen Folk-Welten, wodurch er hängen bleibt. Live dürfte die Nummer abgehen.

Im Song „Ward o Karlager“ geht es direkt mit Hyperblast und fettem Riff los. Die auf dem Album typischen Wechsel zwischen Melodie und Rhythmus sorgen für Dynamik. Die Rhythmusvariationen machen das Headbangen im Takt teilweise schwieriger, bringen aber gleichzeitig Frische hinein. Es gibt sogar eine Art Breakdown mit Gitarrensolo, was in dieser Umsetzung sehr gelungen ist und im Gedächtnis bleibt.

Die Nummer „End of Time“ ist ein passender Abschluss. Ein Feature mit Frauengesang, der sich mit den Growls abwechselt, dazu mehr Synths, was für die längste und episch angelegte Nummer gut funktioniert. In der Mitte gibt es einen stimmungsvollen Aufbau mit mehreren Wechseln. Songs, die sich entwickeln, funktionieren für mich generell gut, und genau das wird hier überzeugend umgesetzt.

Fazit:
Ein stilsicheres Melo Death Album mit massiven arabischen Folk-Einflüssen und Prägnanz. Modern und sauber gemischt, melodische Gitarren, präzise Drums und ein breiter Bass. Die Growls funktionieren und der cleane Gesang ist eher folkig als poppig. Für Melo Death Fans, die kein Problem mit starken Folk Elementen haben, definitiv hörenswert.

Punkte:

Autor: Ossian G.