Band: SIASKEL
Album: Xo’on Hauk Sho’on
Genre: Black/Death Metal
Label: Schattenkult Produktionen
Trackliste:
01. Kai Klóketen
02. Sho’on
03. Héj Ka Rak
04. Caspi Káxen Thejin

Aus Chile stammt die bereits 2003 gegründete vierköpfige Black/Death-Partie SIASKEL, die nun über Schattenkult Productions ihr bereits 2019 erschienenes drittes Studioalbum Xo’on Hauk Sho’on auch im europäischen Raum veröffentlicht. Und eines vorab: die vier Jungs treiben auf der vier Track starken LP nicht nur die Begriffe Blast Beat und Black-Metal-Tremolo in neue Dimensionen, sondern setzen auch Maßstäbe in puncto Melodieführung und Struktur.
„Kai Klóketen“ steigt mit bedrohlich-schaurigem, choralähnlichem Cleangesang hinter düsterem Soundteppich in die Platte ein, bevor es mit eisigem Riff und Doubleblast hinter giftig-keifenden Vocals in die Vollen geht. Die im Stil von Dark Funeral gehaltene Nummer überzeugt jedoch nicht nur durch ihr abartiges Tempo und die einzigartige Voice – auch die bemerkenswerte Arbeit an der Leadgitarre lässt den Track hervorstechen.
Nach der unerwarteten Ruhe, mit der der Opener ausläuft, ist der Einstieg in „Sho’on“ überraschend schwer und doomig, bevor die Nummer wieder mit gewaltigem Blast losmarschiert. Eine interessante Kombination, die doomige Schwere und schneidendes Death-Riffing mit dem bereits genannten Black-Metal-Tremolo verbindet. Besonders die Mittelbridge macht deutlich, dass die Jungs ihre eigene Linie fahren – auch wenn Einflüsse von Shining, Medico Peste oder Deathspell Omega spürbar sind. Und obwohl die Instrumentalistik jederzeit sauber und durchdacht bleibt, gibt es keine übermäßig technischen oder komplexen Passagen. Vielmehr wird hier Altbewährtes aufbereitet, mit neuen Ideen versehen und mit dem Besten des Genres zu einer neuen Komposition verarbeitet.
Spektakuläre Leadgitarren und ein Drumming, bei dem selbst Frost vor Neid blass werden würde, sind nur einige Highlights von „Héj Ka Rak“. Die Nummer entwickelt durch die einzigartige Melodieführung eine ganz eigene Dynamik, die von bissig-giftigen Riffs und einer unverwechselbaren Rhythmik getragen wird.
Der Closer „Caspi Káxen Thejin“ ist im Gegensatz zu den Vorgängern eher auf der simplen Seite: keine großartigen Bridges, kein besonderes Riffing oder die Verschmelzung verschiedener Elemente. Eine klassische Black-Metal-Nummer, die weder besonders positiv noch negativ auffällt, im Albumkontext funktioniert, aber gegen den Rest der Platte klein wirkt. Auch hier stehen jedoch das hervorragende Drumming und die perfekt geschaffene dunkle Atmosphäre außer Frage.

Fazit:
Xo’on Hauk Sho’on ist ein wuchtiges Werk, das mit den ersten drei Tracks Maßstäbe setzt. „Kai Klóketen“, „Sho’on“ und „Héj Ka Rak“ vereinen gnadenlose Geschwindigkeit, markantes Riffing und beeindruckende Melodieführung zu einer druckvollen und atmosphärischen Mischung, die Black- und Death-Metal-Fans gleichermaßen packt. Lediglich der Closer „Caspi Káxen Thejin“ fällt im direkten Vergleich simpler aus und kann das Niveau nicht ganz halten, funktioniert aber im Albumkontext. Insgesamt liefern SIASKEL mit Xo’on Hauk Sho’on eine solide und durchdachte EP, die das beste aus allen Welten vereint, durch Intensität, Atmosphäre und einer gewissen Eigenständigkeit überzeugt.
Punkte:
Autor: Nicki
